Praxis-Tipps: Energie sparen beim Heizen 

 

Viele Menschen denken beim Stichwort „Energiesparen“ zuerst ans Licht und machen konsequent die Lampen aus, wenn sie den Raum verlassen. Doch weitaus mehr Energie verbraucht zuhause die Heizung: Auf das Heizen entfallen etwa drei Viertel des gesamten Verbrauchs im Haushalt! Hier gibt es also besonders große Stellschrauben, um Energie – und damit bares Geld – zu sparen. Oft steckt bereits in einfachen Maßnahmen ein großes Sparpotenzial. Wir haben ein paar praktische Tipps für Sie zusammengestellt.

Entlüften Sie regelmäßig die Heizkörper: Heizkörper und Heizungsrohre müssen komplett mit Wasser befüllt sein. Enthält das System Luft, wird die Heizung nicht gleichmäßig warm und gluckert. Das kostet Energie und kann mitunter auch nerven. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie die Heizkörper entlüften. Das geht ganz einfach. Lesen Sie dazu unsere Anleitung in vier Schritten.

Checken Sie im Herbst die Heizung und die Ventile: Wird die Heizung nicht richtig warm, liegt das häufig auch an verstopften Ventilen: Die können sich bei Nichtbenutzung im Sommer zusetzen. Oft klemmt dann nur ein kleiner Stift. Ein Heizungsinstallateur kann das leicht beheben. Testen Sie darum rechtzeitig zu Beginn der Heizperiode, ob alle Heizkörper richtig funktionieren.

Stellen Sie die passende Raumtemperatur ein: Jedes Grad weniger spart bis zu sechs Prozent an Energie. Passen Sie die Temperatur in den einzelnen Zimmern Ihrem Nutzungsgewohnheiten und Ihrer Wohlfühltemperatur an. Räume, in denen Sie sich oft aufhalten, müssen wärmer sein als solche, in denen Sie seltener sind.

Eine Daumenregel besagt, dass für Schlafzimmer etwa 18 Grad ausreichen. Das gilt auch für Küchen, in denen Herd und Backofen oft ohnehin noch für eine zusätzliche Erwärmung sorgen. Arbeits-, Wohn- und Kinderzimmern dürfen tagsüber mit 20 bis 22 Grad gemütlich warm sein. Zum Schlafen sollte die Temperatur aber auch im Kinderzimmer um die 18 Grad liegen. Im Bad darf es mit 22 oder gar 23 Grad ebenfalls wärmer sein. Da hier in der Regel eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, ist das Lüften im Bad aber besonders wichtig.    

Nutzen Sie die Nachtabsenkung: Nachts, wenn sich niemand in Arbeitszimmer, Küche oder Wohnzimmer aufhält, darf die Temperatur dort ruhig niedriger sein. Auch das spart Energie und Kosten. Lassen Sie die Temperatur aber nicht weiter als ca. 5 Grad unter die Wohlfühltemperatur des Tages sinken: Ansonsten macht der Energiebedarf, der morgens zum Aufheizen des ausgekühlten Raumes benötigt wird, die Einsparung der Nacht wieder zunichte. 

Übrigens: Moderne Heizungen haben oft spezielle Programme zur Nachtabsenkung. Wenn weniger Wärme gebraucht wird, fährt die Heizung herunter. Berufstätige können ihre Heizung sogar so programmieren, dass sie erst kurz vor Feierabend wieder hochfährt.

Denken Sie über den Einsatz intelligenter Thermostate nach: Um die oben genannten Temperaturen komfortabel einstellen und einhalten zu können, empfiehlt sich der Einsatz von intelligenten („smarten“) Thermostaten: Damit können Sie vor allem auch bei Abwesenheit die Temperatur zielgenau absenken und dadurch Energie sparen. Neueste Geräte können dabei sogar auf kurzfristige Veränderungen der online verknüpfbaren Wettervorhersage reagieren. Thermostate können Sie recht einfach selbst austauschen.

Reduzieren Sie Ihren Warmwasserverbrauch: Es gibt viele Methoden, um im Haushalt warmes Wasser (und damit Energie) zu sparen. Zum Beispiel mit Sparduschköpfen und Spar-Armaturen für die Waschbecken. Oder Sie steigen statt in die Badewanne unter die Dusche. Beim Einseifen der Hände oder unter der Dusche können Sie das Wasser abstellen. Weitere Tipps zum Thema Wasser sparen finden Sie hier.

Lüften Sie zielgerichtet: Richtiges Lüften ist extrem wichtig: 2 x pro Tag Stoßlüften (Fenster für mehrere Minuten ganz öffnen) statt dauernd Fenster schräg stellen oder immer mal wieder kurz lüften, bringt ordentlich Frischluft – und spart viel Energie. Zudem wird dadurch die Schimmelgefahr reduziert. In modernen, gut gedämmten Häusern lohnt es sich, über eine technische Lüftungsanlage nachzudenken. Mehr dazu erfahren Sie hier

Minimieren Sie Fensterwärmeverluste: Unabhängig vom jeweiligen Fenster-Typ gilt: Wenn es dunkel wird, am besten Rollläden runter und Vorhänge zu. So bleibt die Wärme besser im Raum. Ansonsten lohnt ein kritischer Blick auf die Fenster selbst: Entsprechen diese dem aktuellen Energielabel A (früher: A +++), wird unter energetischen Gesichtspunkten das derzeitige Optimum erreicht! Bei älteren Fenstern lohnt es sich, über einen Austausch nachzudenken. Daür winken oft attraktive Fördermittel. Unsere Energieberater können Ihnen hierzu wertvolle Tipps geben.

Tür- und Fensterdichtungen prüfen, ggfs. Tauschen: Sie werden oft unterschätzt, aber tatsächlich geht über fehlerhafte oder verschlissene Dichtungen an Fenstern und Außentüren überdurchschnittlich viel Wärme verloren. Überprüfen Sie die Dichtungen und bessern Sie hier bei Bedarf nach.

Dämmen Sie Heizungsrohre in unbeheizten Räumen: Viel Heizenergie geht – vor allem in älteren Gebäuden – unnötig auch dadurch verloren, dass die Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Keller- und Technikräumen nicht ausreichend gedämmt sind. Mit der Dämmung dieser Rohre lässt sich einiges an Energie und Kosten sparen: Durch ein Meter ungedämmtes Rohr gehen pro Jahr etwa 100 Kilowattstunden Energie verloren. Das sind etwa 10 m³ Erdgas oder 10 Liter Heizöl!

Optimieren Sie die Leistung Ihres Heizkörpers: Viele Heizköper können ihr Heizpotenzial nicht optimal ausschöpfen, weil die Außenwand dahinter nicht richtig gedämmt ist (was unnötige Wärmeverluste verursacht) oder der Heizkörper durch Sessel, Sofas oder schwere Vorhänge verdeckt ist. Dadurch wird dann der Konvektionsstrom der warmen Luft gestört. Lassen Sie die Wärme besser frei im Raum zirkulieren: Stellen Sie keine Möbel oder andere Gegenstände vor Ihre Heizkörper und hängen Sie diese nicht mit Gardinen zu. „Verpackt“ können die Heizkörper die Wärme nicht optimal in den Raum abgeben und es entsteht ein Wärmestau. Für ungedämmte Heizungsnischen gibt es verschiedene Lösungen im Baumarkt, beispielsweise Dämmmatten mit Alu-Beschichtung, die die Wärmestrahlung des Heizkörpers zurück in den Raum lenken.

Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich machen: Sinnvoll ist oft auch der so genannte hydraulische Abgleich durch den Fachmann. Das sorgt vereinfacht gesagt dafür, dass die Volumenströme im System stimmen und so an allen Heizkörpern im Haus die richtige Menge an Warmwasser ankommt. Ein hydraulischer Abgleich ist in vielen Fällen auch Vorsausetzung für die Förderung bei der Modernisierung der Heizanlage.

Tauschen Sie veraltete Pumpen aus: Jede Zentralheizung hat eine Umwälzpumpe für das Warmwasser und den Heizkreislauf. Moderne Pumpen mit elektronischer Steuerung bewegen nur noch so viel warmes Wasser und damit Energie, wie gerade gebraucht wird. Das minimiert Wärmeverluste und spart zudem im Vergleich zu älteren Pumpen einiges an Strom. Damit macht die diese Maßnahme oft schnell bezahlt. Ihr Fachhandwerker kann Sie beraten.

Überprüfen und erneuern Sie bei Bedarf Ihre Heiztechnik: Die Durchschnittsheizung in Deutschland ist 18 Jahre alt. Viele davon nutzen weder Erdgas (das als umweltschonendster aller fossilen Energieträger gilt), noch kommt moderne Brennwerttechnik zum Einsatz. Über eine Modernisierung der Heizungsanlage lassen sich sowohl der CO2-Ausstoß als auch die laufenden Kosten deutlich reduzieren. Oft wird eine solche Maßnahme auch gefördert. Unsere Energieberater unterstützen Sie bei der Suche nach der besten Lösung.

Überprüfen und erneuern Sie ggf. Dämmungen: Großes Sparpotenzial – aber oft auch große Investitionen – bringt auch die Dämmung von Wänden, Dach und Co. mit sich. Ein vergleichsweise großes Dämm-Einsparpotenzial im Verhältnis zu den Investitionen bieten die Decke zum unbeheizten Dachgeschoss (oberste Geschossdecke) sowie die Decke zu unbeheizten Kellerräumen. Auch zur Gebäudedämmung und möglichen Fördermitteln lohnt sich ein Gespräch mit dem Energieberater.

Unsere Dienstleistungen rund um die Wohlfühlwärme Zuhause

Autor: Burkhard Beintken