Ein Zeugnis für Ihr Haus:

Die Energieeffizienzklasse zeigt den Energiewert des Gebäudes

Die Einteilung in Energieeffizienzklassen kennen Sie von Haushaltsgeräten. Aber wussten Sie, dass man auch für Gebäude die Effizienzklasse bestimmen kann? Die Einstufung zeigt den "Energiewert" Ihres Gebäudes. Sofern dieser gut ist, hilft Ihnen das beim Verkauf der Immobilie.

Nicht nur Kriterien wie Lage, Größe, Baujahr und Ausstattung bestimmen den Wert einer Immobilie. Im Zuge der Energiewende ist der Energiewert zu einem wichtigen Beurteilungsmerkmal geworden. Mit dem 2007 eingeführten Energieausweis werden Gebäude in Energieeffizienzklassen eingeteilt. Das macht sie miteinander vergleichbar.

Die Energieeffizienzklasse bedeutet bares Geld

Die Einstufung ist gesetzlich klar geregelt: Jeder Verkäufer oder Vermieter einer Immobilie muss ungefragt den Energieausweis des Gebäudes vorlegen – und das schon bei der Besichtigung. Die wichtigsten Energiewerte müssen auch in Anzeige oder Inserat genannt werden. Im Energieausweis befindet sich ein "Tachoband", das von Grün nach Rot verläuft und auf dem die Energieklassen eingezeichnet sind. Das macht die Einstufung und den Energiewert des Gebäudes auf einen Blick erkennbar.

Das bedeuten die Energieeffizienzklassen im Detail

Wie bei Haushaltsgeräten sind die Energieeffizienzklassen alphabetisch geordnet. A bzw. A+ ist die beste Note und steht für einen niedrigen oder keinen Energieverbrauchswert.

Alte Einteilung - gültig bis 2029

Am 01. Mai 2014 wurden die Energieklassen für Gebäude neu eingeteilt, sodass es zwei verschiedene Versionen der Klassifizierung bei den Energieausweisen gibt. Die älteren Versionen sind weiterhin 10 Jahre gültig und teilen die Energieklassen von A bis J ein:

entspricht dabei dem KfW-40-Haus oder Passivhaus. Hier werden Gebäude mit einem Energiewert von 0-40 kWh/(m²·a) eingestuft.

Hier finden sich Gebäude mit einem Energiewert von 40-60 kWh/(m²·a). Andere Begriffe sind KfW-60-Haus oder auch 3-Liter-Haus.

umfasst Gebäude mit einem Energiebedarf von 60-80 kWh/(m²·a). Diese Verbrauchswerte finden sich typischerweise bei einem klassischen Niedrigenergiehaus. Dieses erfüllt die Vorgaben 55-70 kWh Heizwärmebedarf/m² oder einen Heizwärmebedarf von 25 Prozent unter der bestehenden Wärmeschutzverordnung, kombiniert mit einer effizienten Heizungsanlage.

findet sich häufig bei Neubauten, die der EnEV-Anforderung (EnEV=Energieeinsparverordnung) entsprechen. Ihr Energiebedarf liegt bei 80-110 kWh/(m²·a). Ebenfalls fallen darunter sehr gut modernisierte Altbauten mit einer Dämmung von 20-25 cm und einer effizienten Heizungsanlage.

gilt für Häuser mit einem Energieverbrauchswert von 110-150 kWh/(m²·a). Dabei handelt es sich meist um Einfamilienhäuser, die die Mindestanforderungen aus der Energieeinsparverordnung gerade noch einhalten. Mehrfamilienhäuser mit diesen Kriterien sind in der Regel schon in der Klasse D eingeordnet. Bei Altbauten deutet diese Energieklasse bereits auf eine höherwertige Modernisierung hin.

umfasst Gebäude mit einem Verbrauchswert von 150-200 kWh/(m²·a). Hier finden sich in der Regel Altbauten, die nach Anforderungen der EnEV an Bestandsimmobilien komplett modernisiert wurden.

deutet auf eine nur teilweise erfolgte Modernisierung von Altbauten hin. Hier wurden Teilflächen isoliert oder lediglich eine neue Heizungsanlage verbaut. Der Energieverbrauchswert liegt bei 200-300 kWh/(m²·a).

stehen für Gebäude, bei denen praktisch keine Energiesparmaßnahmen durchgeführt wurden. Bestenfalls findet sich in der Klasse H noch eine Isolierverglasung. Die Energieverbrauchswerte sind mit über 300 kWh/(m²·a) hoch.

Neue Einteilung

Mit der Novellierung der Energiesparverordnung am 01. Mai 2014 wurden die Energieeffizienzklassen I und J abgeschafft. Dafür gibt es nun auch bei Gebäuden eine Klasse A+. Die Einstufungen haben sich wie folgt verändert:

  • Energieeffizienzklasse A+ < 30 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse A < 50 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse B < 75 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse C < 100 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse D < 130 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse E < 160 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse F < 200 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse G < 250 kWh/(m2·a)
  • Energieeffizienzklasse H > 250 kWh/(m2·a)