01/2019

Zwischen Vogelsberg und Fulda: Großenlüder

Es gibt Orte, denen sieht man ihr Alter nicht an. Im Jahr 2022 wird die Gemeinde Großenlüder ihren 1200. Geburtstag feiern. Die Gemeinde ist stolz darauf, eine fast ebenso lange Geschichte zu haben wie das nahe Fulda und kümmert sich um die Zeugnisse der Vergangenheit. Ansonsten aber zeigt sich die Gemeinde jung und vital. Sie entwickelt sich weiter und die Bevölkerung nimmt zu.  

Großenlüders entscheidender Standortvorteil ist die geografische Lage: Im Südwesten beginnt der Vogelsberg, im Osten, gerade einmal 10 Autominuten entfernt, gleich hinter dem Ortsteil Bimbach, befindet sich das Oberzentrum Fulda. Diese Lage bedeutet reichlich Ruhe und Natur und gleichzeitig Stadtnähe. Viele Bürger der Gemeinde arbeiten in Fulda, zahlreiche Kinder besuchen eines der städtischen Gymnasien. Auch die Einkaufsmöglichkeiten und das kulturelle Angebot der nahen Domstadt wird von Großenlüderern rege genutzt. Und doch leben die Bewohner der Gemeinde in einer Landschaft mit hohem Freizeitwert.

Dicht dran am Oberzentrum und doch etwas auf Abstand – kein Wunder, dass es für Bauplätze in den sieben Ortsteilen lange Interessentenlisten gibt. Wer aus der Gemeinde stammt, hat bei der Vergabe Vorteile. Man könnte jedes Grundstück mehrfach verkaufen, berichtet Bürgermeister Werner Dietrich und wertet dies als Indiiz für die Attraktivität seiner Gemeinde. 

Wie die anderen Gemeinden in der Region besteht auch Großenlüder aus einem Kernort und mehreren dörflich geprägten Ortsteilen. Die Menschen dort sind stolz auf die Tradition ihres Ortes und pflegen ihr Gemeinschaftsgefühl. Dabei spielt das Vereinsleben eine große Rolle und wird von der Gemeindeverwaltung auch nach Kräften gefördert. Schließlich wissen die Lokalpolitiker, was sie an den kleinen Ortsteilen haben und lassen sich das auch etwas kosten.

Aktuell investiere die Gemeinde beträchtliche Mittel in Erneuerung und Ausbau der Trinkwasserversorgung und die Anschaffung neuer Fahrzeuge für die freiwilligen Feuerwehren, erläutert der Bürgermeister. Insgesamt gibt es auf dem Gemeindegebiet sechs Wehren. Auch das ist Lebensqualität. Die freiwillige Ortsfeuerwehr vermittelt ein Gefühl der Sicherheit und ist bekanntlich, nicht nur wenn es brennt, sofort zur Stelle. Den Großenlüderern ist das wichtig und so haben hier die Feuerwehren auch keine Nachwuchsprobleme.

Großenlüder und die Energie

Die Gemeinde Großenlüder ist an das Strom- und Erdgasnetz der RhönEnergie Fulda-Gruppe angeschlossen. Bei Kleinlüder hat die RhönEnergie Fulda vor einigen Jahren eine große Bio-Erdgas-Anlage errichtet. Hier erzeugt die Biothan GmbH aus biogenen Reststoffen zunächst Biogas, das dann an Ort und Stelle zu Bio-Erdgas veredelt und ins Erdgas-Netz eingespeist wird. Verarbeitet werden die Inhalte der braunen Tonnen des Landkreises sowie Grün- und Speiseabfälle sowie Gülle. Neben dem Bio-Erdgas fällt bei diesem Recycling-Prozess ein Gärrest an, der von den Landwirten als Dünger geschätzt wird. Die Anlage ist in ihrer Art einmalig in Deutschland und wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Die Gemeinde ist stolz auf dieses Leuchtturm-Projekt regenerativer Energie-erzeugung. Bürgermeister Werner Dietrich: „Die wenigen Kinderkrankheiten der komplexen Anlage haben wir auf Grundlage gemeinsamer Gespräche und Vereinbarungen längst überwunden. Jetzt ist das ein geräuschlos arbeitender beispielgebender Betrieb.“

Bodenständig und solide

Großenlüder hat eine gesunde mittelständische Wirtschaftsstruktur. Handwerk und Dienstleistungen bieten eine beachtliche Zahl von Arbeitsplätzen und bescheren der Gemeinde hochwillkommene Gewerbesteuer. Auch die Gaststätten und die stark besuchten Tagungshotels  (vor allem in Kleinlüder) bringen der Gemeinde Arbeitsplätze und Einnahmen.

Großenlüder sei gut aufgestellt, sagt Bürgermeister Dietrich. In den vergangenen Jahren habe man die finanziellen Spielräume deutlich vergrößert. Aktuell investiert die familienfreundliche Gemeinde über 2,5 Mio. Euro in den Bau einer neuen Kindertagesstätte und weitere 160.000 Euro in die Erneuerung der Kinderspielplätze. Andere nicht so verkehrsgünstig gelegene Gemeinden, die unter dem Schutzschirm des Landes stehen, könnten da fast neidisch werden.

So blickt man in Großenlüder optimistisch in die Zukunft. Am liebsten soll grundsätzlich alles bleiben wie es ist, während man den technischen Fortschritt nutzt, allem voran das schnelle Internet. Auch im Rathaus stehen die Zeichen auf Digitalisierung. Die Bürger erwarten heute, dass sie viele Behördengänge auch online machen können. Wichtig ist ebenfalls der Straßenbau und damit die Verbindung zwischen den Ortsteilen wie die Anbindung nach außen. Gut erreichbar will man sein, eng vernetzt mit der Welt. Und trotzdem ein auch ein bisschen unter sich.

Bürgermeister Werner Dietrich

Hier leb ich gern, weil...

Unsere kinder- und familienfreundliche Gemeinde bietet eine große, bunte und interessante Vielfalt in allen Bereichen des Lebens. Großenlüder hat sich zu einer „kleinen Stadt“ inmitten von Natur entwickelt, sehr nah am Oberzentrum Fulda und Mittelzentrum Lauterbach.

Großenlüder ist Standort für Schulen. Es gibt viele erfolgreiche Unternehmen und einen leistungsfähigen Mittelstand. Ebenso Ärzte, eine Apotheke, Seniorenpflege-, Freizeit- und Sporteinrichtungen/-angebote, Tagespflege und Jugendeinrichtungen. Die Gemeinde ist an den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden und verfügt über eine leistungsfähige Gastronomie mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wälder, Wiesen und Naturschutzgebiete bilden einen attraktiven Rahmen für den Naturschutz. An gut erhaltenen Bauwerken, an Plätzen, Parks und dem Historischen Naturpark Sodegarten wird Gemeindegeschichte  sichtbar und erlebbar. Für Kultur, Heimat und Geschichte steht der gleichlautende Verein, der den Original-Krippenweg und die Internationale Krippenausstellung immer wieder erneuert und präsentiert.

Doch das Wichtigste sind die Menschen der Gemeinde, Menschen mit viel Herz, Humor und Empathie, die fleißig, kreativ, traditionell, weltoffen und aufgeschlossen hier leben. Die zahlreichen Vereine bieten für jedes Talent und Interesse genau das Passende: Sport, Karitatives, Bürgerstiftung, Singen, Fastnacht, Theater, Passionsspiele und vieles mehr. All das wollen und werden wir bewahren. Und genau das mag ich an meiner Heimatgemeinde, in der ich geboren bin, in der ich gerne lebe und der ich gerne als Bürgermeister diene.

Auf einen Blick

Infrastruktur:
Großenlüder liegt zwischen der Rhön und dem Vogelsberg, in einer reizvollen Mittelgebirgslandschaft, die durch Flussauen geprägt ist. Mit einem hohen Anteil Wald und landwirtschaftlich genutzter Flächen ist dies ein Standort im Grünen. Wer hier wohnt, lebt mit der Natur.

Ein entscheidender Standortvorteil ist die zentrale Lage. Von Großenlüder aus erreicht man auf gut ausgebauten Straßen innerhalb weniger Minuten die A7 sowie die A66 als direkte Verbindung zum Großraum Frankfurt und dem internationalen Flughafen. Das nahe Fulda (12 km) ist Schnittpunkt wichtiger Bahntrassen und verfügt über einen ICE-Bahnhof. Die Gemeinde selbst ist durch die Regionalbusverbindung und die Bahnhöfe in Großenlüder und Bimbach der Regionalbahnstrecke Fulda-Gießen an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) angeschlossen. Auch die Vogelsberger Kreisstadt Lauterbach ist gut und schnell erreichbar (14 km).

In den Ortsteilen Großenlüder, Bimbach und Müs bestehen voll erschlossene Gewerbeflächen. Es gibt moderne Schulen sowie ausreichend Kindergarten- und Betreuungsplätze. Das Freizeit- und Sportangebot ist groß, das Vereinsleben rege. Es steht eine schnelle Internetverbindung mit 50 bzw. 100 MB zur Verfügung, ein weiterer Ausbau ist vorgesehen.

Geschichte:
Großenlüder gehört zu den ältesten Orten des Fuldaer Landes. Erstmals erwähnt ist es im Jahr 822, als die vom Fuldaer Abt Eigil erbaute Kirche geweiht wurde. Vieles spricht indessen dafür, dass der Ort noch älter ist. Aus archäologischen Funden lässt sich schließen, dass die Gegend um Großenlüder schon in vorgeschichtlicher Zeit eine relativ dichte Besiedlung aufwies.

Einwohner:
8.576 (Stand 30.06.2018)

Ortsteile:
Großenlüder, Bimbach, Eichenau, Kleinlüder, Lütterz, Müs, Uffhausen

Gemeinde Großenlüder
St.-Georg-Str. 2
36137 Großenlüder
Tel.: 06648-9500-0
Fax: 06648-9500-95
E-Mail: rathaus@grossenlueder.de
www.grossenlueder.de

Unser Tipp: Das stiftskapitularische Amtshaus

Mit seiner hellen, gleichmäßig gegliederten Fassade strahlt dieses Gebäude würdevolle Ruhe aus. Das trutzige Haus ist eine Zierde des Ortes und steht Besuchern offen.

Das Haus mit dem ungewöhnlichen Namen, den man sich nur schwer merken kann, ist zweifellos eines der schönsten alten Gebäude im Herzen Großenlüders. Es ist schnörkellos schlicht, hat erkennbar eine lange Geschichte, ohne  deshalb aber vorgestrig und ergraut zu wirken. Den Restauratoren sei Dank.

Der letzte Renaissancebau im Fürstbistum Fulda

Das Amtshaus aus dem späten 17. Jahrhundert repräsentiert die Architektur des Hochstifts Fulda am Übergang von der Renaissance zur Barockzeit, als das Gericht (der Verwaltungsbezirk) Lüder vom Fuldaer Hochstift verwaltet wurde. 1686 entschlossen sich die Stiftskapitulare, das bestehende Amtshaus durch einen Neubau zu ersetzen. Der mit dem Baumeister Mathias Huter geschlossene Bauvertrag gab die Details vor. Der aus dem fernen Tirol stammende Baumeister, in der Region kein Unbekannter, war zuvor an der Errichtung des nördlichen Ehrenhof-Flügels des fürstäbtlichen Schlosses in Fulda beteiligt gewesen.

Wechselvolle Geschichte

Das 1690 fertiggestellte „Capitularische Amtshaus“ fungierte zunächst als Sitz des „Zentverwesers“, der im Namen des Stiftskapitels die Verwaltung und die Rechtsprechung ausübte.

Unter Wilhelm von Oranien wurde daraus 1802 ein fürstliches Gericht und 1816 dann ein hessisches. Ab 1866 beherbergte das Gebäude das preußische Amtsgericht. Die Gerichtsstube ist im Erdgeschoss noch erhalten. 2001 wurde das denkmalgeschützte Gebäude grundlegend saniert.

Rund 320 Jahre hat das stattliche Gebäude nun schon auf dem Buckel. Wer durch das aufwändig gearbeitete Sandsteinportal hereinkommt und die Wendeltreppe in die oberen Stockwerke hinaufsteigt, der spürt auf Schritt und Tritt den Geist der Geschichte.

Sehenswerte Museen

Heute ist das alte Amtshaus vor allem Museum mit zwei ganz unterschiedlichen Ausrichtungen: Es fungiert als Heimatmuseum und beherbergt eine internationale Krippenausstellung. Die Räume im Erdgeschoss und ersten Stock widmen sich der Heimat- und Kirchengeschichte, im zweiten Stock werden interessante Fundstücke aus der Frühgeschichte gezeigt, darunter Werkzeuge aus der Steinzeit.  

Besonders bekannt ist das stiftskapitularische Amtshaus für seine bemerkenswerte Krippenausstellung, die im Oberstock des Gebäudes untergebracht ist. Die durch einen Zufall nach Großenlüder gelangte Ausstellung zeigt ganzjährig etwa 120 Krippen mit Hunderten von Figuren aus aller Welt. Da gibt es afrikanische, nepalesische, russische, chinesische und südamerikanische Krippen und natürlich zahlreiche Modelle aus Mitteleuropa. Die Bandbreite der verwendeten Materialien reicht von Ebenholz und Teak über Ton und Alabaster bis zu heimischen Hölzern. Ein Erlebnis – und nicht nur zur Weihnachtszeit.

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