02/2019

Schon lange für den Schutz der Nacht aktiv: Die RhönEnergie Fulda setzt auf nachhaltige Beleuchtung

Im Januar 2019 wurde Fulda von der International Dark-Sky Association (IDA)​ als „Sternenstadt!“ anerkannt. Das betrifft auch die RhönEnergie Fulda-Gruppe. Denn als regionaler Energieversorger ist sie im Auftrag der Kommunen auch für die öffentliche Beleuchtung zuständig. Sie betreut in ihrem Netzgebiet insgesamt über 31.000 Leuchten. ​

Lange bevor die Forderung aufkam, öffentliches Licht umsichtiger einzusetzen, war dies bei der RhönEnergie Fulda bereits gelebte Praxis. Selbstverständlich ist die nächtliche Beleuchtung wichtig und unverzichtbar. Doch zu viel und vor allem falsch gerichtetes Licht mit vielleicht noch einer ungünstigen Lichtfarbe beeinträchtigt die Tierwelt (vor allem Insekten und Vögel) und kann die Schlafqualität der Menschen verschlechtern. Lichtglocken über Städten und Dörfern stören zudem den Blick auf den Nachthimmel. Die Forderung nach „Schutz der Nacht“ fasst all dies zusammen.

Die International Dark-Sky Association (IDA)

Die zunehmende Lichtverschmutzung wurde zuerst von Astronomen bemerkt. 1988 gründeten der Astronom Dr. David Crawford vom Kitt Peak Observatorium und der Arzt und Hobby-Astronom Dr. Timothy Hunter in Tucson, Arizona, die International Dark-Sky Association (IDA). Inzwischen hat die Vereinigung über 4.000 Mitglieder in 70 Ländern. In verschiedenen Staaten gibt es Sektionen oder Kooperationspartner.

Seit 2007 zeichnet die IDA Gebiete aus, die noch einen dunklen Nachthimmel aufweisen oder sich in besonderer Weise dafür einsetzen, das Problem der Lichtverschmutzung zu minimieren. In Deutschland wird für „Dark-Sky Reserves“ der Begriff „Sternenpark“ benutzt und für die erste „Dark-Sky Community“ (Fulda) der Begriff „Sternenstadt“.

www.darksky.org

Ansprechpartner in Deutschland
Ansprechpartner in Deutschland ist die Fachgruppe „Dark Sky – Initiative gegen Lichtverschmutzung“ der Vereinigung der Sternfreunde e.V. Deren Sprecher ist Dr. Andreas Hänel.

www.sternfreunde.de

In vieler Hinsicht Vorreiter

„Die Notwendigkeit, Lichtverschmutzung zu vermeiden, ist heute unstrittig. Immer mehr Menschen erkennen und fordern einen verantwortungsvolleren Umgang mit Licht“ sagt Matthias Hahner, Geschäftsführer der Netzgesellschaft. „Doch als wir vor ca. 20 Jahren damit begannen, die überall verbreiteten Quecksilberdampflampen durch insektenfreundliche Natriumdampflampen auszutauschen, waren wir damit noch Umwelt-Pioniere.“

Seither hat die RhönEnergie Fulda (REF) ihren Einsatz für den Schutz der Nacht Jahr für Jahr intensiviert und dabei wichtige Impulse gegeben.

Beispiele für den weitsichtigen Umgang mit Licht:

  • Die Lichtfarbe der von der REF eingesetzten Leuchtmittel ist grundsätzlich kleiner oder gleich 3.000 K (Kelvin). Die Hälfte des Bestands besteht bereits aus Natriumdampflampen (nur ca. 2.200 K), wahrnehmbar als oranges Licht.
  • Das Straßenbeleuchtungsnetz ist grundsätzlich so ausgelegt, dass das Licht der Leuchten in der verkehrsschwachen Zeit von 22:30 Uhr bis 5:30 Uhr gedimmt oder reduziert werden kann, etwa auch indem eine von zwei Lampen in einer Leuchte ausgeschaltet wird.
  • Als vor wenigen Jahren, die LED-Leuchten marktreif waren und die Industrie LED-Leuchten mit 4.000 K anpries, kam die REF nach einer Analyse zu dem Ergebnis, dass diese LED-Leuchten nicht zu empfehlen sind. Konsequent werden seitdem nur LED-Leuchten kleiner gleich 3.000 K eingesetzt.
  • Die REF hat dann erfolgreich darauf hingewirkt, dass die Industrie kostengünstige LED-Leuchten mit warmweißem Licht anbietet (3.000 K oder weniger). Denn je höher der Kelvin-Wert und damit der Blauanteil im Licht, desto störender für nachtaktive Tiere.
  • Es wurden über 500 Altstadtleuchten in Fulda auf umweltfreundliche LED-Leuchten umgerüstet. In der Zeit zwischen 22:30 und 5:30 Uhr sind sie um 50 Prozent gedimmt. Ersparnis: ca. 80.000 kWh sowie 42 Tonnen COpro Jahr.
  • Auf der Wasserkuppe im Herzen des Sternenpark Rhön wurde eine nachhaltige, umweltfreundliche und gleichzeitig verkehrsgerechte Beleuchtung geplant, errichtet und in Betrieb genommen. Für diese Maßnahme mit Leuchtturmcharakter wurde die REF 2016 mit dem Lighting Design Award der International Dark-Sky Association ausgezeichnet.
  • Mit dem Dorf Nüsttal-Silges wurde erstmals ein ganzes Dorf auf  bernsteinfarbene LED umgerüstet („Amber“), die mit ihrem orangen Licht an die Natriumhochdruckleuchten erinnern und besonders umweltfreundlich sind. Vorher haben schon Kommunen wie Petersberg, Rasdorf und Poppenhausen diese Art der Leuchten installiert.
  • Auf dem Betriebsgelände der REF in der Fuldaer Daimler-Benz-Straße verfügt das Unternehmen über einen in seiner Art einmaligen Leuchten-Musterpark. Hier können umweltgerechte Leuchten abends unter live-Bedingungen besichtigt und getestet werden.

Technischer Partner des Sternenparks Rhön

2014  wurde das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön als „Sternenpark Rhön“ anerkannt. Um diese Zertifizierung durch die International Dark-Sky Association (IDA) zu erlangen, mussten die beteiligten Kommunen zahlreiche Vorgaben anerkennen. Dies setzte eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Energieversorgern voraus. „Dabei erwies sich die Erfahrung der RhönEnergie Fulda im hessischen Teil des Biosphärenreservats als große Hilfe“, sagt Sternenpark-Koordinatorin Sabine Frank. „Die fachliche Kompetenz der RhönEnergie Fulda war und ist für den Sternpark Rhön von ganz besonderer Bedeutung. Als Koordinatorin mache ich mir daher bei der öffentlichen Beleuchtung keine Sorgen um die sukzessive Verbesserung im Sinne des Schutzes der Nacht. Auch die Sternenstadt Fulda dürfte von dieser Expertise erheblich profitieren.“

Überzeugter Unterstützer des Projekts „Sternenstadt Fulda“

Auch im Stadtgebiet Fulda ist die RhönEnergie Fulda Gruppe für rund 8.500 Straßenleuchten zuständig. Ein erheblicher Teil davon hat sie bereits in den vergangenen Jahren nachtfreundlich umgerüstet und so geschaltet, dass sich die Lichtmenge dem Bedarf anpasst. So lassen sich erhebliche Energieeinsparungen erzielen. Vor diesem Hintergrund versteht sich, dass die Stadt Fulda ihren Licht-Partner bei der Erarbeitung des umfangreichen Antrags auf Anerkennung als Sternenstadt in allen technischen Fragen intensiv eingebunden hat.

„Unsere Unternehmensgruppe hat die Idee ‚Fulda als Sternenstadt‘ von der ersten Stunde an mitgetragen“, unterstreicht Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda. Nachhaltiger Umgang mit nächtlicher Beleuchtung sei ein Gebot der Stunde. Das Thema gewinne in der öffentlichen Diskussion zunehmend an Bedeutung. „Als technischer Dienstleister haben wir die veränderten Anforderungen an öffentliches Licht angenommen und verinnerlicht. Das haben die vielen von uns in den vergangenen Jahren umgesetzten Maßnahmen gezeigt.“

 

Weitere Informationen zu den Dienstleistungen der RhönEnergie Fulda-Gruppe rund um das Thema Straßenbeleuchtung finden Sie hier:

https://re-fd.de/kommunen/strassenbeleuchtung

http://re-effizienz.de/licht-pv/strassenbeleuchtung

Langzeit-Projekt "Sternenstadt Fulda"

Die „Sternenstadt Fulda“ ist ein Langzeit-Projekt. Das Thema wird uns über viele Jahre begleiten. Als technischer Dienstleister für die öffentliche Beleuchtung ist die RhönEnergie Fulda-Gruppe dabei eng eingebunden. Wir werden Sie weiterhin informieren.

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