09/2018

Im Zeichen der Milseburg: Die Gemeinde Hofbieber

Mit seinen 16 Ortsteilen und rund 6.200 Einwohnern gehört Hofbieber zu den großen Gemeinden des Landkreises Fulda. Und mit Hessens am häufigsten von Künstlern dargestelltem Berg, der Milseburg, dem bekannten Malerdorf Kleinsassen sowie dem weithin sichtbaren Schloss Bieberstein verfügt die Gemeinde über einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Hier lässt es sich leben.

Wie viele andere Gemeinden, die in der Gebietsreform der 70er-Jahre entstanden, trägt auch Hofbieber den Namen ihres Kernorts. Der hat eine lange Geschichte in unterschiedlicher Schreibweise: Biberaha, Hovebibera, Hofbibraha, Hovebibra, Hoffbieber und seit 1783 schließlich Hofbieber

Über die Frage, wie alt der Kernort ist, haben Heimatforscher lange diskutiert. Nach heutiger Lesart gilt das Jahr 1093 als Ersterwähnung in einer Quelle. 925 Jahre ist das immerhin schon her. Wobei das Tal der Bieber bereits viele hundert Jahre früher von Menschen aufgesucht und besiedelt worden ist.

Vor einigen Jahren konnten Wissenschaftler der Universität Marburg bei archäologischen Grabungen an der Milseburg überraschend den Beweis erbringen, dass hier bereits etwa 500 vor Christus Kelten gelebt haben – viel früher als bislang angenommen, bereits vor rund 2.500 Jahren. Der „Keltenwall“ am Milseburg-Rundweg erinnert an die große Siedlung an der Flanke des markanten Berges. Archäologischen Funden zufolge standen diese frühen Bewohner mit weit entfernten Regionen in Handelskontakt. Ein spannendes Kapitel früher Heimatgeschichte.

 

Hohe Lebensqualität

Stolz sein kann die Gemeinde Hofbieber aber auch auf ihre Gegenwart. Die Ortsteile stehen mitten im Leben. Das können viele andere Gemeinden, vor allem in den neuen Bundesländern, nicht von sich sagen. „Wir haben nahezu keine Leerstände“, freut sich Bürgermeister Markus Röder. „Wenn irgendwo in den Dörfern einmal ein Haus aufgegeben wird, findet es rasch einen neuen Käufer.“ Seine Gemeinde habe eine „Scharnierfunktion“, sagt Röder. Sie sei ein Bindeglied zwischen dem Oberzentrum Fulda und der Rhön. Größter Ortsteil ist der Kernort mit fast 2.000 Einwohnern, gefolgt von Langenbieber mit rund 950 Einwohnern. Die kleinsten Ortsteile sind Obergruben (43 Einw.) und Langenberg (25).

Wenn in der Gemeinde Bauplätze ausgeschrieben werden, so der Bürgermeister, gebe es stets jede Menge Bewerber, auch und gerade Familien mit Kindern. Denen könne Hofbieber viel bieten: eine weitgehend intakte Umwelt, hohe Wohnqualität mit vielfältigen Freizeitmöglichkeiten, Betreuungsangeboten und schulischen Optionen. „Wir stellen immer öfter fest, dass junge Leute in den Zwanzigern, die bewusst einige Jahre woanders gelebt haben, mit ihren Partnern zurückkommen, um in der alten Heimat eine Familie zu gründen. Häufig sind sie sehr gut ausgebildet und finden im Raum Fulda schnell eine Anstellung.“ Angst vor einer Abnahme der Einwohnerzahl hat Röder jedenfalls nicht.

Die Gemeinde tut aber auch etwas dafür, dass sich hier Menschen aller Altergruppen wohlfühlen. Ein Beispiel ist das Familienzentrum neben dem Kindergarten im Kernort. Die bürgernahen Angebote (Beratung, soziale Unterstützung, Bildung, Freizeit) werden rege angenommen. „Hier findet wirklich Begegnung statt“, sagt Röder. „Man kennt sich, tauscht sich aus. Das verbindet.“

Bei Besuchern hoch im Kurs

Die vielen tausend Kurzzeiturlauber und Tagesbesucher, die Jahr für Jahr die Gemeinde besuchen, kommen aus ganz anderen Gründen: In Scharen strömen sie während der jährlichen Kunstwoche ins Malerdorf Kleinsassen, erkunden die Kunststation Kleinsassen, wandern auf die Milseburg, erleben den Barfußlehrpfad, freuen sich an den Malerrundwegen, staunen über die im Pfundsmuseum zusammengetragenen Waagen aus aller Welt oder durchqueren die Gemeinde auf dem Milseburg-Radweg. Dessen berühmter Tunnel (ein früherer Eisenbahntunnel) liegt ebenfalls auf Gemeindegebiet und dient in den kalten Monaten seltenen Fledermäusen als Winterquartier. Wer es etwas mondäner braucht, kann das Rhön-Panorama vom hoch gelegenen Golfplatz Hofbieber aus genießen. 

Ob als Neubürger, Urlauber oder Tagesausflügler – Gründe, nach Hofbieber zu kommen oder hier zu bleiben, gibt es viele. Das hält die Gemeinde jung.

Kelten und Kunst: Besuchermagneten Milseburg und Kunststation

Die zwei größten Attraktionen der Gemeinde liegen dicht nebeneinander. Schon aus weiter Ferne sichtbar ist die Milseburg. Mit ihrem unverwechselbaren Profil macht dieser Berg (835 m) aus allen Himmelsrichtungen etwas her. Besonders majestätisch ist die Ansicht von Westen. Aus diesem Blickwinkel, so der Volksglaube, erkenne man die mächtige Totenlade des Riesen Mils, den einst der Heilige Gangolf bezwungen haben soll.

Nach den Erkenntnissen der Geologen haben vor 25 bis 11 Millionen Jahren, in der erdgeschichtlichen Periode des Tertiär, gewaltige vulkanische Kräfte in der Rhön den Sockel aus Buntsandstein und Muschelkalk durchbrochen. Sie beförderten Tuffe und Phonolit aus der Tiefe der Erde ans Tageslicht. Später, während der Eiszeit, wurde der anfänglich von Tuffen umgebene Phonolitblock gleichsam herauspräpariert und erhielt so seine markante Form.

Die Milseburg macht dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön alle Ehre: Sie ist von artenreichem Laubwald mit Urwaldcharakter umstanden, weist Moose, Farne und Flechten in ungewöhnlicher Artenvielfalt auf, ist Heimat für zahllose Vögel und Säugetiere bis hin zu Dachs und Luchs, und auch Fledermäuse gibt es hier in großer Zahl.

Vielleicht hat diese Artenvielfalt im Pflanzen- und im Tierreich auch damit zu tun, dass man den Gipfel der Milseburg nicht mit dem Auto erreichen kann. Doch was macht einen Berg aus, wenn nicht der Anstieg? Der Weg hinauf zur Milseburg – ob vom Parkplatz oder von weiter her – ist das halbe Vergnügen. Es gibt zwei Routen für den Aufstieg, der bei gutem Wetter mit einer grandiosen Fernsicht belohnt wird. Auch deshalb werden einst Kelten diesen Ort für den Bau ihrer Siedlung gewählt haben. In den Jahrhunderten vor Christus, so vermutet man, haben hier bis zu 1.000 Menschen gelebt.

Wander-Tipp

Der Besucher kann zwischen drei unterschiedlich langen, gut beschilderten Rundwegen und einem prähistorischen Wanderpfad wählen. Auch die Route vom Grabenhöfchen aus ist empfehlenswert.

Kunststation Kleinsassen

Man liest oft, keine Rhöner Felsformation habe so vielen Malern Modell gestanden wie die Milseburg. Das hat nicht allein mit dem markanten Profil des Berges zu tun, sondern auch viel mit dem Künstlerdorf Kleinsassen in seinem Windschatten. Seit dem 19. Jahrhundert zog es im Sommer Maler von nah und fern in die Rhön und manche ließen sich hier auch nieder. Aus dieser Tradition entstand in unseren Tagen die Kunststation Kleinsassen, die wiederum Künstler aus aller Welt anlockt. Kleinsassen hat in der Szene der modernen Kunst inzwischen einen klangvollen Namen.

Die Kunststation entstand im Fachwerkgebäude einer Ende der 70er-Jahre aufgelösten Dorfschule, die der Landkreis Fulda zur Verfügung stellte. Die ländliche Kunststation sollte keine reine Ausstellungsstätte sein, sondern ein Ort der Begegnung mit Kunst und Künstlern. Seit 1988 vergibt der Landkreis ein zweijähriges Stipendium, das freies Wohnen und ein kleines Grundgehalt einschließt. Hinzu kommen Gaststipendien für Kurzzeitaufenthalte. Auf diese Weise haben zahlreiche, zumeist junge, noch nicht fest etablierte Künstlerinnen und Künstler aus aller Herren Länder Impulse nach Kleinsassen getragen – und sich hier in der Regel ausgesprochen wohlgefühlt.

In mehreren Bauphasen wurde das Fachwerkgebäude optimal auf das besondere Konzept ausgerichtet. Im Erdgeschoss stehen heute 1.100 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, die sich auf drei große Ausstellungshallen und einige Nebenräume verteilt. Das vielseitige Programm zu Ausstellungen und Workshops findet man unter www.kleinsassen.de

Auf einen Blick

INFRASTRUKTUR:
Hofbieber ist mit dem Auto über Straßenanbindung von Norden und Süden bestens erreichbar: Abfahrt nach Fulda A7 „Fulda Mitte“, dann weiter über die L 3174.
Mit der Bahn ist Hofbieber über den ICE-Bahnhof Fulda, dann weiter mit dem Bus (Linie 20 und 21) gut zu erreichen.
Die Gemeinde befindet sich in einer einzigartigen Lage zwischen den Gipfeln der Rhön und der Barockstadt Fulda. Hofbieber ist Sitz zahlreicher mittelständischer Betriebe.

GESCHICHTE:
Die ersten im Bereich der Gemeinde Hofbieber nachweisbaren Spuren einer Besiedelung stammen aus der Bronzezeit. Zahlreiche Gräber in den Gemarkungen der Gemeinde sowie ein Ringwall auf der Milseburg sind Zeugen davon, dass keltische Stämme hier angesiedelt waren. Auch war die Gegend nachweisbar schon bewohnt, als der Hl. Bonifatius im nahen Fulda sein Kloster gründete. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hofbieber im Jahre 825.

ORTSTEILE:
Hofbieber, Allmus, Danzwiesen (Milseburg), Elters/Steens, Malerdorf Kleinsassen (Schackau), Langenbieber, Langenberg, Mahlerts, Niederbieber, Obergruben, Obernüst, Rödergrund/Egelmes, Schwarzbach, Traisbach, Wiesen, Wittges

EINWOHNER:
6.222

KONTAKT:
Gemeinde Hofbieber
Schulweg 5
36145 Hofbieber
Tel.: 06657/987-0
E-Mail: info@hofbieber.de
www.hofbieber.de

Bürgermeister Markus Röder

Ich lebe gerne im Luftkurort Hofbieber, weil...

  • wir eine lebens- und liebenswerte Wohngemeinde mit sehr guter Infrastruktur sind
  • Hofbieber, egal ob für junge Familien oder ältere Menschen, eine hohe Lebensqualität bietet: Kindertageseinrichtungen, Grund- Haupt und Realschule, Familienzentrum, Kirchen, Spielplätze sowie Lebensmittelversorgung, Einzelhandel und Daseinsversorge mit Ärzten und  Apotheke vor Ort gegeben sind und über 100 Vereine, Verbände und Vereinigungen in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit die Angebotspalette abrunden
  • unsere Gemeinde eine landschaftlich einzigartige Lage, zwischen den Gipfeln der Rhön, mit seinen attraktiven touristischen Angeboten, und der Barockstadt Fulda, mit einer sehr guten ICE-Verbindung und der unmittelbaren Auffahrt zur Autobahn, hat
  • wir mit der sagenumwobenen Milseburg, die an das bekannte Malerdorf Kleinsassen grenzt, den schönsten Berg der Rhön haben
  • sich Hofbieber stetig nach vorne entwickelt und es mir sehr viel Freude bereitet, dies zusammen mit den engagierten Bürgerinnen und Bürgern umzusetzen.

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