12/2018

Erneuerung der Rhönleitung: Millionen-Investition in die Trinkwasserversorgung

Gute Nachrichten für die Trinkwasserkunden der RhönEnergie Fulda: Wichtige Abschnitte der „Rhönleitung“ werden erneuert. Die Wasserleitung bringt seit Ende des 19. Jahrhunderts Rhöner Quellwasser nach Fulda und versorgt auf dem Weg auch die Gemeinde Ebersburg und Eichenzell. Insgesamt rund 1.3 Millionen Euro will sich die RhönEnergie Fulda-Gruppe diese Investition in die Versorgungssicherheit kosten lassen. Der zweite von drei Bauabschnitten der anspruchsvollen Baumaßnahme konnte im Spätherbst fristgerecht und ohne Komplikationen abgeschlossen werden.

Die RhönEnergie Fulda-Gruppe versorgt in Ebersburg, Eichenzell und Fulda rund 80.000 Menschen mit Trinkwasser und steht dabei für Qualität und Zuverlässigkeit. Damit das so bleibt, baut die für die Wasserversorgung zuständige OsthessenNetz GmbH das Trinkwassernetz kontinuierlich aus.

Das in der Stadtregion benötigte Trinkwasser stammt zu etwa drei Vierteln aus den Tiefbrunnen im Westen der Stadt, ein Viertel ist Quellwasser aus der Rhön. Es wird seit 1891 über eine 23 Kilometer lange Rohrleitung aus dem Gichenbachtal in die Innenstadt geleitet – mit einem Zwischenstopp zur Aufbereitung im Wasserwerk Götzenloch (Gemeinde Ebersburg).

Durch die Graugussrohre der sogenannten „Rhönleitung“ sind im Laufe der Jahrzehnte Milliarden Liter bestes Rhöner Wasser in die Stadt geflossen. Bis auf wenige Kilometer Rohr, die im Laufe der Zeit im Zuge von Bauarbeiten sukzessive erneuert worden sind, fließt das Wasser nach wie vor in den Originalleitungen zu den Hochbehältern am Fuldaer Frauenberg.

Nun wird erstmals ein zusammenhängendes größeres Teilstück erneuert. Grund dafür ist eine Straßenbaumaßnahme. „HessenMobil hat die Straße von Schmalnau nach Lütter erneuert. Aus diesem Grund mussten wir unsere Wassertransportleitung nun erneuern“, erläutert Peter Weß, Leiter von Team 4 des Service Centers Mitte der OsthessenNetz GmbH. „Zum Einsatz kamen dabei langlebige Kunststoffrohre, die teils parallel zur Straße, teils im Fahrbahnbereich der neuen Straße verlegt wurden.“

Drei Bauabschnitte

Die Baumaßnahme ist in zeitlich versetzten Abschnitten realisiert worden. Im Zeitraum Mai bis Oktober 2017 wurde zunächst das Teilstück (ca. 2.300 m) von Götzenloch bis Lütter erneuert. Im Jahr 2018 ging es vom Orteingang Lütter bis zur Ortsmitte auf Höhe der Gaststätte „Zum schwarzen Ross“ (ca. 600 m). Voraussichtlich 2019 wird dann die letzte Lücke vom Ortsausgang Schmalnau bis Götzenloch (ca. 500 m) geschlossen. Am Ende werden dann auf insgesamt 3.400 Meter  zwei neue Kunststoffrohrleitungen mit einem Außendurchmesser von 315 mm nebeneinander liegen. Insgesamt kosten die drei Bauabschnitte rund 1,3 Mio. Euro.

Im freien Fall in Richtung Fulda

„Das klingt alles unspektakulär, ist aber komplizierter als es auf den ersten Blick erscheint“, kommentiert Reiner Papendick von der OsthessenNetz GmbH als Baubeauftragter für die Rhönleitungen. Schließlich handelt es sich um eine „Freispiegelleitungen“, in der das Wasser ohne Unterstützung von Pumpen den weiten Weg aus der Rhön in die Fuldaer Innenstadt zurücklegt. „Wir müssen bei der Bauarbeiten also darauf achten, dass die Rohrleitung auf der Sole des Grabens ein Gefälle von mindestens einem Prozent hat, damit das Wasser in Bewegung bleibt“, sagt Papendick. “Das ist in dem bergigen und auch steinigen Gelände oft gar nicht so einfach.“

Geschichte der Rhönleitung

Vor 1891 bezogen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fulda ihr Wasser aus stätischen Brunnen. 1888 entdeckte man dann im Gichenbachtal ein ergiebiges Quellgebiet, das die Stadt Fulda 1889 erwarb. Bereits ein Jahr später wurde mit dem Bau einer Rohrleitung nach Fulda begonnen, die in einem Hochbehälter am Frauenberg endet. Dabei kam den Ingenieuren die Topografie zugute: Der Frauenberg liegt mit 315 m deutlich niedriger als das Quellgebiet im Gichenbachtal (420 m). So kann das Rhöner Wasser aus eigener Kraft nach Fulda fließen. Die sog. „Rhönleitung“ wurde 1891 eingeweiht und erhielt einige Jahre später (1905) noch einen zweiten parallelen Rohrstrang. Heutzutage erreicht ein großer Teil des Rhönwassers Fulda gar nicht mehr, sondern wird bereits auf der Strecke, in den Gemeinden Ebersburg und Eichenzell, benötigt.

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Als Knackpunkt erwies sich eine notwendige Spülbohrung unter der Lütter-Brücke (über die die Straße führt). Bei einer Spülbohrung fallen nur geringe Erdarbeiten an. Es wird ein Tunnel durch den Untergrund gespült und nach mehrmaligen Aufweiten der Öffnung das Kunststoffrohr eingezogen. Auf diese Weise lassen sich Beeinträchtigungen der Landschaft vermeiden. Die Baumaßnahme hinterlässt keine Spuren. Ohnehin war die Spülbohrtechnik die einzige Möglichkeit die Brücke zu unterqueren.

„Die Zusammenarbeit aller Beteiligten hat prima geklappt“, sagt Erich Fröhlich von der OsthessenNetz GmbH. „Das für den Straßenbau verantwortliche Unternehmen HessenMobil, die beauftragten Bauunternehmen, die Gemeinden Ebersburg und Eichenzell und wir als regionaler Trinkwasserversorger haben hier sehr professionell zusammengearbeitet.“ Gleichzeitig wurden im Zuge der Spülbohrung neben den zwei Rhönleitungen auch gleich noch eine Versorgungsleitung mitverlegt. 

Die Trinkwasser-Kunden der RhönEnergie Fulda haben von alledem nichts bemerkt. Sie hatten auch im ungewöhnlich langen heißen Sommer 2018 jederzeit genügend Wasser. Die hohen regelmäßigen Investitionen in das Versorgungsnetz haben sich wieder einmal ausgezahlt.

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