29 Jungstörche im Landkreis Fulda

Erfolgreicher Einsatz für den Artenschutz

Noch vor ein paar Jahren waren Störche im Landkreis Fulda höchstens auf der Durchreise am Himmel zu sehen. Brutpaare gab es bei uns nicht mehr. Das hat sich geändert. Der Weißstorch ist in der Region wieder heimisch geworden. In der Brutsaison 2019 wurden 29 Jungstörche geboren. Doch das geschah nicht einfach so. Die großen Vögel wurden gezielt angelockt – durch Bereitstellung attraktiver Nistplätze. Heimische Naturschützer und die RhönEnergie Fulda zogen dabei an einem Strang.

Mit Umsicht nachgeholfen

Störche sind Zugvögel, die den Winter im Süden verbringen. Wenn sie im zeitigen Frühjahr zurückkommen, brauchen sie ein Nest zum Brüten. Das kann gerne der Horst vom Vorjahr sein, denn Störche sind sehr standorttreu. Jüngere Störche, die zum ersten Mal brüten, sind hingegen nicht festgelegt.

Um es den heimkehrenden Störchen leichter zu machen, hat die RhönEnergie Fulda in den vergangenen Jahren in der Region rund 40 Storchennester aufgestellt – in enger Abstimmung mit Naturschutzorganisationen wie der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz ( HGON). Hinzu kommen einige weitere Nester, die von anderen Artenschützern aufgestellt wurden.

Artgerecht, solide und langlebig

Die Nisthilfen der RhönEnergie Fulda bestehen aus einem eigens angefertigten runden Metallkorb, der in der Werkstatt der OsthessenNetz GmbH nach eigenen Plänen gebaut wird. Der witterungsbeständige verzinkte Korb wird mit Weidenzweigen ausgeflochten und auf einem mindestens zehn Meter hohen Mast befestigt. Für die Profis der OsthessenNetz ist das ein Routineeinsatz mit Spezialfahrzeugen. Zählt man die Materialkosten, die Arbeitszeit und den Maschineneinsatz zusammen, so hat ein Storchennest einen Wert von rund 2.000 Euro. Doch die Investition hat sich gelohnt. Denn mit der Zahl der Nisthilfen stieg auch die Weißstorch-Population im Landkreis kontinuierlich an.

Bedarfsgerecht geplant und umgesetzt

Früher oder später entdecken die Vögel bereitstehende Nisthilfen aus der Luft und nehmen die Einladung zum Einzug gerne an. Im zeitigen Frühjahr legt das Muttertier Eier, die wochenlang ausgebrütet werden. Im späten Frühling schlüpfen die Jungen. Dann haben Sie den Sommer über Zeit zu wachsen und alles zu lernen, was sie zum Überleben brauchen. Und im frühen Herbst heißt es dann schon wieder ‚Ab in den Süden‘ ins Winterquartier.

In der Saison 2019 bekamen im Landkreis Fulda 17 Brutpaare – so viele wie nie zuvor – Junge. Aus Sicht der Naturschützer ist das ein toller Erfolg.