Einsteigen in die Zukunft: Der E-Bus hat sich bewährt

Hessens erster Elektrobus hat sich auch im Alltag bewährt: Nach der offiziellen Jungfernfahrt im Oktober hat die RhönEnergie Fulda das moderne Fahrzeug drei Monate lang intensiv getestet. Und die Erfahrungen waren positiv.

Mittlerweile bedient der E-Bus  überwiegend die Linie 6 zwischen Innenstadt und Hochschule. Vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zur Haltestelle „Daimler-Benz-Straße“, Endstation an der Hochschule, sind es etwa zweieinhalb Kilometer. Die fährt das vollbatterieelektrische Fahrzeug sehr leise und erzeugt vor allem keine Emissionen. Rund 200 Kilometer Fahrleistungen kommen da am Tag zusammen. Auf dem Fahrzeugdach sind insgesamt 600 Batteriezellen untergebracht. Die werden über Nacht aufgeladen.

Im Alltagseinsatz bewährt

„Unser E-Bus hat sich im Alltagseinsatz bewährt“, sagt der Geschäftsführer der RhönEnergie Bus GmbH, Thomas Lang, in einer ersten Zwischenbilanz. Der Gelenkbus mit 44 Sitzplätzen und 66 Stehplätzen sei in den vergangenen Monaten auf unterschiedlichen Strecken und Linien in der Stadtregion getestet worden, um umfassende Erfahrungen zu sammeln.

Zufrieden ist auch Siegfried Ebert, technischer Leiter der modernen Werkstatt der Verkehrsbetriebe in der Daimler-Benz-Straße: „Für einige Kinderkrankheiten haben wir gemeinsam mit dem Hersteller Lösungen gefunden und insbesondere an der Software noch Feinjustierungen vorgenommen. Immerhin ist dieser Bus ja einer der ersten dieser neuen innovativen Serie.“

Energierückgewinnung

Ein technisches Highlight des Fahrzeugs vom Typ Sileo S18 ist die überdurchschnittlich gute Energierückgewinnung (Rekuperationsrate). Bei jedem Bremsvorgang wird Energie erzeugt und den Batterien zugefügt. Rechnerisch entspricht die so gewonnene Bremsenergie etwa einem Drittel der Energie, die anschließend beim Anfahren benötigt wird. Bei rund 400 Brems- und Anfahrtvorgängen pro Tag macht das viel aus und erhöht die ohnehin schon sehr positive Umweltbilanz des Fahrzeugs.    

Neuer Elektrobus der Rhoehn Energie Fulda

Begeistert von den Fahreigenschaften ist Manfred Behnke, der erste Fahrer des neuen E-Busses. Inzwischen hat er mehrere Kollegen eingewiesen. Denn die RhönEnergie Fulda denkt an die Zukunft. Das Unternehmen hat bei der Landesregierung bereits Voranträge für die Förderung von weiteren Bussen gestellt. Schließlich ist ein umweltschonender E-Bus noch doppelt so teuer wie ein konventioneller Dieselbus.

Weiterer Praxistest

Inzwischen sind auch Branchen-Insider auf Fulda aufmerksam geworden. So hat zum Beispiel Mercedes den Verkehrsbetrieben ein Vorserienmodell eines E-Busses für Testzwecke zur Verfügung gestellt und ist auf den Praxisbericht der Fuldaer E-Bus-Experten gespannt.

Thomas Lang jedenfalls ist überzeugt davon, dass sich die E-Mobilität im Öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland mittelfristig durchsetzen wird. Wie heißt doch gleich der Slogan auf dem Fuldaer Bus: „Einsteigen in die Zukunft“.

E-Mobilität Zuhause erleben