Region 03/2017

Zu Gast in Neuhof

Mit Neuhof verbinden viele vor allem den „Monte Kali“. Die Gemeinde bietet aber noch viel mehr als Kali-Bergbau und hat für die nächsten Jahre auch große Pläne.

Mit Neuhof verbinden viele vor allem den „Monte Kali“. Der von Weitem sichtbare Tafelberg aus Abraum ist eine der bekanntesten Landmarken in Osthessen. Bei aller Bedeutung des Bergbaus, der 1906 begann, hat die Gemeinde aber noch viel mehr zu bieten als Kali-Bergbau und für die nächsten Jahre auch große Pläne.

Mit 9.000 Hektar ist Neuhof eine der größten Flächengemeinden in Hessen. Dies ist ein Ergebnis der Gebietsreform von 1972, als man Neuhof, Hattenhof, Hauswurz, Rommerz, Giesel, Dorfborn, Tiefengruben und Kauppen zusammenlegte. In geschichtlichen Dimensionen betrachtet, ist das gar nicht lange her. Da verwundert es nicht, dass alle Ortschaften weiterhin ihre eigene Identität pflegen, einen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat haben sowie ein reges Vereinsleben.

Auch der Kernort Neuhof, Sitz der Gemeindeverwaltung, ist Produkt einer Zusammenlegung. Die mit Abstand größte Ortschaft der Gemeinde (5.000 Einw.) entstand 1928 aus Opperz, Ellers und Neustadt. In Erinnerung daran wird Neuhof 2018 sein 90-jähriges Bestehen feiern. Zweitgrößte Ortschaft (1.800 Einw.) ist Rommerz.

Die Gemeinde hat zwei gewichtige Aktivposten: Zum einen die verkehrstechnisch gute Lage, 10 Minuten entfernt vom Oberzentrum Fulda, direkt an einer Autobahn und mit einem Bahnhof an einer viel befahrenen Strecke. Das macht Neuhof als Gewerbestandort und Wohnort interessant.


Foto: Peter Manner

Das zweite große Plus ist der Kaliabbau durch den Konzern K+S. Rund 750 Mitarbeiter holen hier das weltweit gefragte Düngesalz aus der Erde – das bringt Kaufkraft und Gewerbesteuereinnahmen. Nach Einschätzung der Fachleute reichen die Kali-Vorräte noch bis etwa 2050. Bis dahin muss die Gemeinde weitere gewerbliche Arbeitsplätze schaffen. Denn im Gegensatz zu vielen Rhön-Gemeinden spielt der Fremdenverkehr in Neuhof nur eine untergeordnete Rolle. Dem jungen Gewerbegebiet Neuhof-Nord bei Dorfborn, direkt an der Autobahn, dürften noch weitere folgen.

Die Gemeinde habe sich viel vorgenommen, berichtet Bürgermeister Heiko Stolz. In den Jahren des für die Bürger belastenden Autobahnbaus und der Modernisierung der ICE-Strecke sei einiges liegengeblieben. Jetzt, wo der Verkehr auf der A 66 fließt, kann man sich auf andere Projekte konzentrieren: So soll auf der Decke des Autobahn-Tunnels auf einem Abschnitt von einem Kilometer mit Fördermitteln der EU ein Spazierweg mit Grünflächen entstehen. Hinter der Schlossschule wird die vorhandene Grünanlage attraktiv umgestaltet. Innerörtlich sollen im Bereich Fuldaer Straße und Zollweg einige in die Jahre gekommene Gebäude saniert werden. Auf diese Weise will man barrierefreien Wohnraum schaffen und die Infrastruktur optimieren. Die aufgewerteten Straßenzüge sollen zu „Frequenzmeilen“ werden und die Aufenthaltsqualität im Kernort erhöhen.

Die Verantwortlichen sind optimistisch. Denn dank solider Finanzen hat die Gemeinde Gestaltungsspielräume. Und die Nachfrage nach Baugrundstücken in den von viel Grün umgebenen Neuhöfer Ortschaften ist schon heute größer als das Angebot.

Himmelstrebend: St. Michael und Monte Kali

Neuhofs Wahrzeichen, der Kaliberg, ist 120 Meter hoch und bedeckt eine Fläche von ca. 97 Hektar. Auf dieser Halde lagern 116 Millionen Tonnen Abraumsalz aus dem Bergbau. Jedes Jahr kommen 2,4 Millionen Tonnen neu hinzu. Die Aufhaldung hat nach der Wiederinbetriebnahme des Werkes im Jahr 1954 begonnen. Je nach Witterung und Luftfeuchtigkeit verändert der Abraumberg seine Farbe. Bei Sonneneinstrahlung strahlt der „Monte Kali“ in reinem Weiß, während Regen und hohe Luftfeuchtigkeit ihn dunkelgrau einfärben.

Die katholische Pfarrkirche St. Michael wurde 1829–31 als dreischiffige Pfeilerbasilika erbaut und Anfang des 20. Jh. erweitert. Baulich bemerkenswert ist der zweigeschossige mittelalterliche Glockenturm mit Spitzhelm und fünf Glocken. Im Inneren sind u. a. der spätbarocke holzgeschnitzte Hochaltar und die zwei Seitenaltäre sehenswert.

UNSER TIPP:
Am Sonntag, 17. Dezember 2017, 16:00 Uhr, findet in der St. Michaelskirche ein Weihnachtskonzert des Blasorchesters Neuhof statt.

Bürgermeister Heiko Stolz
Hier bin ich gern, weil ...

  • Neuhof mit seinen Ortschaften sehr gut aufgestellt ist, von Naherholungsgebieten über eine ausgezeichnete Infrastruktur bis hin zu einer tollen Verkehrsanbindung.
  • es hier viele Menschen gibt, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren und die Neuhof gemeinsam gestalten wollen.
  • sich alle acht Ortschaften ihre Individualität und Besonderheiten erhalten haben.
  • unsere Gemeinde für junge Familien, aber auch ältere Menschen attraktiv ist.
  • es hier eine ganze Menge tüchtige, aufstrebende Gewerbetreibende gibt, die ein breites Angebot vorhalten und der Region viele Arbeitsplätze anbieten.
  • es viele Vereine gibt, die mit engagierten Mitgliedern zu einer vitalen Gemeinschaft beitragen und somit unersetzlich sind.
  • Neuhof eine Gemeinde mit hohen traditionellen Werten ist und historisch einiges aufzuweisen hat.
  • wir eine Gemeinde mit riesigem Entwicklungspotenzial sind und ich eine große Lust verspüre, dieses gemeinsam mit allen Bürgerinnenund Bürgern zu entwickeln.

 

Auf einen Blick:

Einwohner: 10.888 (31.12.16)

Ortsteile: Neuhof, Dorfborn, Giesel, Hattenhof, Hauswurz, Kauppen, Rommerz und Tiefengruben.

Infrastruktur: Die verkehrsgünstige Lage an der Strecke Kassel- Fulda-Frankfurt am Main sowie die Anbindung an die A 66 (Frankfurt- Fulda) mit den Anschlussstellen Neuhof-Süd und Neuhof-Nord sowie an die A 7 (Kassel-Würzburg) sind gute Voraussetzungen für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Die Gemeinde verfügt über zahlreiche Handwerks- und Industriebetriebe. Größter Arbeitgeber ist die Firma K+S KALI GmbH. Mit der Ausweisung von Baugebieten mit hoher Wohn- und Lebensqualität sowie vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten hat die Gemeinde gute Voraussetzungen für junge Familien geschaffen. Es gibt eine gute medizinische Versorgung und ein breites Schulangebot. Große Wälder (Gieseler Forst, Opperzer Wald), weite Täler wie z. B. das Fliede- oder Kemmetetal sowie markierte Rad- und Wanderwege laden zu Radtouren und Wanderungen ein.

Historie: Neuhof wurde 1165 erstmals urkundlich erwähnt und lag an der wichtigen Handelsstraße Via Regia. Der Name geht auf das einstige Wasserschloss der Fuldaer Fürstäbte (Nova Curia, Nuwenhof) zurück, das Fürstabt Heinrich IV. von Erdthal (1249/61) anlegte.

Gemeinde Neuhof
Tel. 06655 970-0
E-Mail: bgm@neuhof-fulda.de
www.neuhof-fulda.de

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