Region 04/2016

Zu Gast in Bad Soden-Salmünster

Zwischen Vogelsberg und Spessart

Es gibt in Europa einige Städte, die sich aus zwei früher eigenständigen Orten zusammensetzen. Budapest ist da ein schönes Beispiel. Eine ebenfalls erfolgreiche Verbindung – wenn auch ein paar Nummern kleiner – findet man im idyllischen Kinzigtal, umgeben von den Naturparks Spessart und Hoher Vogelsberg: Bad Soden-Salmünster.

Kaum jemand würde auf die Idee kommen, dass die Bezeichnung „Rahmkartoffel“ ein Ehrentitel sein könnte. In Bad Soden-Salmünster ist das so. Seit vielen Jahren erhält alljährlich eine Persönlichkeit, die sich um das Gemeinwohl des Stadtteils Bad Soden verdient gemacht hat, die Auszeichnung „Rahmkartoffel“. In einer Feier überreicht die heimische Salzprinzessin die Amtskette. „Der Name des Preisträgers wird streng geheim gehalten und viele bei uns rätseln, wer es diesmal werden wird“, erzählt Stadtführerin Monika Ruppel. Von ihr erfährt man auch, dass die Rahmkartoffel ein traditionelles und bei vielen heute noch beliebtes Gericht der Doppelstadt an der Kinzig ist.

Bei so viel Identifikation mit einem alten Arme-Leute-Essen lag es nahe, dieses Gericht in den Mittelpunkt unseres Rezeptes zu stellen. Wilma Ziegler aus dem Ortsteil Salmünster war auch gern bereit, die Zubereitung zu übernehmen. „Kartoffeln hatte man früher immer im Haus, oft aus eigenem Anbau“, erzählt die 76-Jährige. „Speck und Sahne waren auch nicht teuer.“ Damit sind schon die Hauptbestandteile des nahrhaften Mittag- oder Abendessens genannt.

„Das war in alten Zeiten besonders wichtig“, sagt der Enkel der Köchin, Stefan Ziegler, Kurdirektor von Bad Soden-Salmünster und schon als kleiner Junge begeisterter Beikoch seiner Großmutter. „Damals haben die Leute körperlich hart gearbeitet. Da brauchten sie Kraft. Die Rahmkartoffeln nach Originalrezept enthalten reichlich Stärke und Fett. Heute wandeln viele das ab, indem sie Dörrfleisch statt Speck verwenden und Milch statt Sahne. Das ist zeitgemäßer, aber schmeckt genauso gut.“ Um das Ganze noch zu variieren, entstand die Idee zur „neuen“ Rahmkartoffel mit angemachtem Schmand und Bachforelle aus Wahlert.

AUF EINEN BLICK:

  • 11 Ortsteile: Bad Soden, Salmünster, Ahl, Alsberg, Eckardroth, Hausen, Katholisch-Willenroth, Kerbersdorf, Mernes, Romsthal, Wahlert
  • Einwohner: ca. 13.500
  • Geschichte: Die Geschichte der 1974 vereinigten Städte reicht weit in die Vergangenheit. 1296 wurde die Siedlung Soden durch König Adolf von Nassau unter dem Namen „Stolzental" zur Stadt erhoben. Im 19. Jh. begann die Nutzung der Solequellen als Heilwasser. 1928 erhielt die Stadt das Prädikat „Bad“ und es begann der Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur. Das an der alten Handelsstraße Via Regia von Frankfurt nach Leipzig gelegene Salmünster hat eine mehr als 1.100-jährige Geschichte. 1320 wurde die Siedlung von Kaiser Ludwig dem Bayern zur Stadt erhoben. Die um 1400 fertiggestellte Stadtmauer verlieh dem Ort seine noch heute im Straßenbild erkennbare rechteckige Form.
  • Wirtschaft/Infrastruktur: Neben den im Stadtgebiet ansässigen Einrichtungen und Unternehmen der Gesundheitswirtschaft gibt es – vor allem in Salmünster – zahlreiche Handwerksbetriebe, mittelständische Unternehmen sowie dienstleistendes Gewerbe. Mit 1.570 Arbeitsplätzen beschäftigt die Tourismusbranche ca. ein Drittel aller sozialversicherungspflichtigen Jobs. Pro Jahr werden ca. 400.000 Übernachtungen registriert. Etwa 500.000 Tagesgäste nutzen die vielfältigen Angebote der Spessart Therme und der Stadt.

Bürgermeister Lothar Büttner

„Hier lebe ich gern, weil…

  • Bad Soden-Salmünster in angenehmer landschaftlicher Umgebung alles hat, was man für ein gutes Leben benötigt.
  • die Kuranlagen und der einzigartige Golfplatz im Spessart neben vielen Sportstätten für Jung und Alt Erholung sowie Lebensfreude bieten.
  • es wunderbare Wohnlagen gibt und man dank der hervorragenden Verkehrsanbindung an die Metropolregion Frankfurt die ganze Welt direkt erreichen kann.
  • gute Schulen und moderne Kitas dafür sorgen, dass sich auch junge Familien wohlfühlen.
  • Handwerksbetriebe, Mittelständler und junge Unternehmen die Standortqualitäten schätzen.
  • unsere dynamische Stadt eine Vielfalt aufweist, die ihresgleichen sucht: Kleine Dörfer und große Stadtteile fügen sich zu einem Ganzen zusammen. 42 Jahre nach der Gebietsreform ist eine Stadt herangewachsen, die in Kenntnis der Vergangenheit eine neue eigene Geschichte schreibt.

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