Kundenporträt 04/2016

Qualität und hoher Anspruch

tegut... gute Lebensmittel

Mit guten Lebensmitteln hat sich das Fuldaer Handelsunternehmen weit über die Grenzen der Region hinaus einen Namen gemacht. Inzwischen ist tegut... nicht nur flächendeckend in Hessen präsent, sondern es gibt auch in Bayern und Thüringen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg urbane Märkte sowie ländliche „Lädchen für alles“.

1947 gründete Theo Gutberlet in Fulda sein erstes Lebensmittelgeschäft. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer neue Märkte hinzu. Sie liefen zunächst unter den Markennamen „HAWEGE“ und „okay!“ und wurden dann 1998 unter der Dachmarke „tegut...“ vereint. 1973 übernahm der Sohn des Gründers, Wolfgang Gutberlet, das Unternehmen und baute es weiter aus. 2009 ging die Leitung an dessen ältesten Sohn Thomas über, der auch nach dem Übergang des Unternehmens an die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich (2013) weiterhin die Geschicke der rund 280 Märkte lenkt.

Ein tegut… Markt mit Vollsortiment führt bis zu 25.000 Artikel, davon etwa 3.000 Bio-Produkte: von Molkereiprodukten, Fleisch und Wurst, Brot und Backwaren, Obst und Gemüse bis hin zu Artikeln des täglichen Bedarfs.

„Wer Lebensmittel wörtlich als Mittel zum Leben versteht, muss Qualität, Frische und vor allem Regionalität bieten“, fasst Thomas Gutberlet die Philosophie des Unternehmens zusammen. Dem Kunden sei wichtig, woher die Waren stammen und wie sie verarbeitet sind. Daher setzt tegut… seit den 1980er-Jahren zum Beispiel auf Vertragsanbau bei Obst und Gemüse und hat ein eigenes konventionelles Schweinefleisch-Programm ins Leben gerufen. Die LandPrimus-Schweine stammen aus einem Umkreis von etwa 80 km rund um Fulda. Diese Fokussierung auf regional erzeugtes Fleisch gilt im deutschen Lebensmitteleinzelhandel als einzigartig. Ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig tegut... die Herkunft seiner Produkte und Erzeugnisse ist, sind die Bio-Kartoffeln. Sie stammen das gesamte Jahr über ausschließlich aus Deutschland, werden also auch im Frühjahr nicht importiert.

Prinzip der Nachhaltigkeit

Auf allen Ebenen strebt tegut... Nachhaltigkeit an. Auch als regional vertretener Händler könne man Einfluss auf die Wertschöpfungskette nehmen und mit einem entsprechenden Angebot auch auf die Kunden einwirken, heißt es aus dem Unternehmen. So war tegut... vor über 30 Jahren das erste deutsche Handelsunternehmen, das Bio-Produkte in sein Angebot aufnahm und damit breiten Kundenkreisen zugänglich machte.

Doch Nachhaltigkeit ist nicht allein eine Frage der Qualität, sondern auch der fairen Preise für die Erzeuger. Beispiele dafür sind die faire Milch von tegut… sowie die Fairbindet- Bio-Bananen aus der Dominikanischen Republik, mit denen tegut... kleinbäuerliche Strukturen stärken will. Nachhaltig sind ebenfalls die kleinen „Tante-Emma-Lädchen“, die tegut... auf dem Land unterhält. Wenn die Dörfer ein Eigenleben behalten sollen, muss es für die Menschen dort auch Lebensmittel geben. Die fast 30 kleinen Läden, die tegut... in Gemeinden unterhält, leisten dazu einen Beitrag.

So hat das Unternehmen, das nach Kriegsende mit einem kleinen Laden begann, im Laufe der Jahrzehnte Kreise gezogen und viele Impulse gegeben. Und das, sagt Thomas Gutberlet, soll auch so bleiben.

3 Fragen an Geschäftsführer Thomas Gutberlet

Fast vier Jahre gehört tegut… nun der Schweizer Genossenschaft Migros Zürich. Was hat sich seitdem verändert?

Th. Gutberlet: An manchen Stellen sind wir immer noch das alte tegut... Das ist auch wichtig. Denn es gibt eine Menge in unserer Historie, das wir erhalten haben. Dies betrifft unsere Grundtugenden, Themen wie Nachhaltigkeit, Ökologie und Mitarbeiterführung.

Daneben gibt es viel, das die Kunden als völlig neu erleben. Wir haben in den letzten vier Jahren 25 Prozent des gesamten Filialnetzes erneuert, von der Hintergrundtechnik bis zum Ladenauftritt. Und das sind natürlich Dinge, die der Kunde positiv wahrnimmt und wertschätzt.

Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit Migros vorstellen? Wie viel Autonomie haben Sie hier in Fulda?

Th. Gutberlet: Es gibt in der Schweiz einen Beirat, an den wir berichten. Dort besprechen wir die strategischen Rahmenrichtlinien, große Investitionen und Planungsprämissen für die nächsten Jahre.

Im Tagesgeschäft haben wir hier in Fulda die Verantwortung. Und auch die Freiheit. Das ist eine sehr gute, sachliche Zusammenarbeit und für uns auch ein spannender Prozess. Denn wir waren es vorher gewohnt, Einzelkämpfer zu sein und jetzt lernen wir, dass es viele Vorteile hat, Teil einer Gruppe zu sein.

Welche Zukunftspläne hat tegut...?

Th. Gutberlet: Wir möchten kontinuierlich wachsen und zwar tatsächlich wachsen und nicht wuchern. Also nicht wahllos, quer durchs Bundesgebiet, sondern an unseren regionalen Grenzen. So haben wir uns entschieden, in Franken, wo wir ja schon sind, auch den Raum Erlangen-Nürnberg mit bedienen zu wollen und im Süden über Darmstadt hinaus bis nach Stuttgart zu gehen. Wir als Händler müssen dahin gehen, wo die potenziellen Kunden sind.

tegut… auf einen Blick

  • Märkte: rund 280 (Hessen, Thüringen, Südniedersachen, Franken, Göttingen, Stuttgart und Mainz)
  • Struktur: 123 Supermärkte in Eigenregie (Vollsortiment), 29 kleine Märkte in ländlichen Gemeinden („Tante-Emma- Konzept“), 126 Märkte inhabergeführt
  • Mitarbeiter: 5.500, davon 652 Lernende und Studenten im Verkauf/Einzelhandel sowie 62 Lernende und Studenten in der Zentrale und der Logistik
  • Umsatz: Netto-Umsatz 2015: 980,9 Mio. Euro (Vorjahr 970,0 Mio. Euro)
  • Bio-Anteil: Der Umsatzanteil der Bio- Lebensmittel beträgt rund 26 Prozent. Partnerschaft mit der RhönEnergie Fulda: Seit 2015 beliefert die RhönEnergie Fulda die tegut… Märkte mit Erdgas. Seit 2013 setzt tegut… unternehmensweit auf Ökostrom. Ab 2017 beliefert die RhönEnergie Fulda zusätzlich zur Zentrale und den Logistik-Einheiten auch die tegut… Märkte mit 100-prozentigem Ökostrom. Der Zentralstandort in Fulda wird über eine Contracting-Lösung mit Kälte und Wärme versorgt. In Marburg-Cappel und Bad Neustadt a. d. Saale können tegut… Kunden während des Einkaufs an Elektrotankstellen gratis Ökostrom nachtanken

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