Kundenporträt 01/2017

Fahrzeugteile für den Weltmarkt

Wagner GmbH & Co. KG

Als Zulieferer der internationalen Automobilindustrie produziert Wagner in Fulda Einzelteile und Baugruppen für Motor, Getriebe und Fahrwerk. Die jährlich rund 60 Millionen Teile kommen in der Erstausstattung aller namhaften Automobil-Hersteller zum Einsatz. Aufgrund ständig steigender Nachfrage hat sich das Unternehmen dynamisch entwickelt.

Mit rund 500 Mitarbeitern gehört Wagner zu den großen Arbeitgebern in Osthessen. Die Wurzeln des Unternehmens liegen im thüringischen Suhl. Dort führte Ludwig Wagner, der Großvater des heutigen Eigentümers, seit den 20er-Jahren eine Fahrzeugteilefabrik.

1948 wurde die Firma Wagner und Co. in Fulda von Ludwig und Joachim Wagner neu gegründet. Hier produzierte man zunächst nur Fahrradteile. Als in Folge des Wirtschaftswunders das Auto seinen Siegeszug antrat, begann man in den 60er-Jahren mit der Herstellung von Autoteilen. 1996 wurde die Produktion von Fahrrad-Komponenten eingestellt.

Seit 1985 führt Dr. Stephan Wagner den Betrieb. Nach Einschätzung des Unternehmens sind in fast allen Fahrzeugen, die auf Europas Straßen unterwegs sind, Elemente aus der Frankfurter Straße verbaut – tief verborgen im Motor, in der Bremse und Lenkung.

Mit Weitsicht in die Zukunft

Ein wesentlicher Grund für den Markterfolg ist die ausgeprägte Innovationskraft des Unternehmens. Viele der Maschinen und Automaten für die Produktion in Fulda sind eigens entwickelt und selbst gebaut. Dafür verfügt Wagner über erfahrene Profis der Metallverarbeitung. Damit dies auch so bleibt, bildet das Unternehmen seinen Nachwuchs überwiegend selbst aus und das sehr gründlich. In der modernen Lehrwerkstatt werden jedes Jahr mehrere Werkzeugmechaniker, Zerspanungsmechaniker, Industriemechaniker und Elektroniker für Betriebstechnik in ihre Berufe eingeführt. Regulär dauert das dreieinhalb Jahre. Zusätzlich gibt es eine zweijährige Ausbildung, die sich in besonderer Weise an Hauptschülerinnen und Hauptschüler richtet: die „Fachkraft für Metalltechnik“. Wer bei Wagner erfolgreich eine Lehre absolviert, kann mit einer Übernahme rechnen und hat auch sonst auf dem Arbeitsmarkt gute Karten.

Als vorläufigen Höhepunkt der anhaltenden Expansion nahm das Fuldaer Unternehmen Anfang 2015 am Rande seines Standortes Frankfurter Straße eine neue Produktionshalle in Betrieb. Auf 3.500 Quadratmetern produzieren in der neuen „Halle Nord“ etwa 40 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb Komponenten für die Kolbenkühlung.

Hoher Energieverbrauch durch steigende Investitionen

Größte Stromverbraucher sind die derzeit 52 Mehrspindelautomaten sowie die sechs Lötöfen, die im Dreischichtbetrieb produzieren. Eine zuverlässige Energieversorgung rund um die Uhr ist für die Firma Wagner einer der wichtigsten Produktionsfaktoren. Weitere Investitionen in den Maschinenpark sind geplant. 2016 wurde mit Erfolg ein Umwelt- und Energiemanagement (ISO 50001) eingeführt. Energie ist für das Unternehmen zu einem wichtigen Kennwert und Kostenfaktor geworden. Daher sieht man bei Wagner eine energieeffiziente und umweltschonende Fertigung als Verpflichtung.

 

3 Fragen an Geschäftsführer
Dr. Stephan Wagner

Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihres Unternehmens?

Dr. Wagner: Da möchte ich drei Schlagwörter nennen: Geschwindigkeit, Kundennähe und Flexibilität. Mit qualifizierten Mitarbeitern und einem modernen Maschinenpark können wir die in der Automobilindustrie hohen Qualitätsansprüche erfüllen. Da geht es oft um Hundertstel Millimeter. Viele Teile entwickeln wir im „simultaneous engineering“ gemeinsam mit den Kunden. Diese Qualitätsorientierung hat uns in der Branche zu einem geachteten Hersteller werden lassen.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Unternehmens?

Dr. Wagner: Unser kontinuierliches Wachstum in den zurückliegenden drei Jahrzehnten gibt Anlass, optimistisch nach vorne zu blicken. Der Standort Deutschland als Hochlohnland wird schlechter geredet als er ist. Wir sehen an unserer Geschäftsentwicklung, dass wir auch hier in Deutschland erfolgreich produzieren können. Jahrelang hat man mit Blick auf den Mittelstand vorhergesagt, die Großen würden die Kleinen fressen. Das trifft aus meiner Sicht nicht zu: Die Schnellen fressen die Langsamen.

Welche Bedeutung hat für Ihr Unternehmen die Partnerschaft mit der RhönEnergie Fulda?

Dr. Wagner: Das hochautomatisierte Unternehmen mit seinem großen Maschinenpark hat einen sehr hohen Strombedarf. Da kommt Jahr für Jahr ein siebenstelliger Betrag zusammen. Deshalb ist für uns der Aspekt der Versorgungssicherheit absolut wichtig. Wir wissen, dass wir in der RhönEnergie Fulda einen zuverlässigen Versorger und Dienstleister haben. Da sind die Wege kurz und gut eingespielt. Auch wenn wir auf kaufmännischer Ebene manchmal hart verhandeln, gibt es am Ende immer eine Win-Win-Situation.

 

Wagner Fahrzeugteile
auf einen Blick

Kernkompetenzen: Kolbenkühlung, Ventile, mechanische Baugruppen, Drehteile, Sondermaschinenbau

Kapazität: jährlich 60 Mio. Bauteile, Kapazitätsauslastung: ca. 90 Prozent

Mitarbeiter/innen: ca. 500

Umsatz: 60 Mio. €

Exportquote: 40 Prozent

Qualität:

  • EDV-gestütztes Prüflabor
  • Labor für technische Sauberkeit
  • Permanente Mitarbeiterschulung
  • Zertifizierung nach TS 16949/ISO 9001
  • Bosch Global Supplier Award 2013/2014
  • Ford Q1

 

www.wagner-fahrzeugteile.de

Diese Seite drucken

Diesen Beitrag teilen: