Energie und Umwelt 01/2017

Neue Horste für den Weißstorch

Die RhönEnergie Fulda engagiert sich - Aktiv für die Natur

Noch vor ein paar Jahren waren Störche im Landkreis Fulda höchstens auf der Durchreise am Himmel zu sehen. Brutpaare gab es bei uns nicht mehr. Das hat sich geändert. „Meister Adebar“, wie der Weißstorch in der Fabel genannt wird, ist zurück in Osthessen. Das ist kein Zufall. Denn die großen Vögel mit dem langen Schnabel und den roten Beinen wurden gezielt angelockt – mit attraktiven Nistplätzen. Heimische Naturschützer und die RhönEnergie Fulda zogen dabei an einem Strang.

Störche sind Zugvögel, die den Winter im Süden verbringen. Wenn sie im zeitigen Frühjahr zurückkommen, brauchen sie ein Nest zum Brüten. Das kann der Horst vom Vorjahr sein oder ein neuer. Seit 2009 hat die RhönEnergie Fulda in der Region rund 40 Storchennester aufgestellt. Sie bestehen aus einem eigens angefertigten Metallkorb, der mit Weidenzweigen ausgeflochten und auf einem etwa zehn Meter hohen Mast befestigt wird. Die einzugsfertigen Horste werden von den großen Vögeln gerne angenommen, denn so sparen sie sich die Arbeit, selbst ein Nest zu bauen.

Nach mehreren Jahren im Einsatz waren nun etliche ältere Storchennester unansehnlich geworden. Sie ziehen keinen Storch mehr an. Das rief die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) auf den Plan. Ein Renovierungsprogramm wurde beschlossen. Einige besonders gebeutelte Nester sollten mit Weidenzweigen wieder wohnlich hergerichtet werden.

Doch das war leichter gesagt als getan. Die Nester befinden sich schließlich in luftiger Höhe; keine gute Voraussetzung zum Flechten. Doch die Storchenfreunde hatten eine Idee: Sie fertigten einfach neue runde Bodengitter, die mit Zweigen beflochten und mit Stroh gepolstert wurden. Anschließend musste man die fertigen Elemente dann nur noch in die Nester legen. Das geschah Anfang Dezember 2016. Dazu stellte die OsthessenNetz, eine Tochter der RhönEnergie Fulda, eine Unimog-Hubarbeitsbühne und zwei Mitarbeiter bereit. Örtliche Naturschützer begleiteten den Einsatz. Jetzt sind in Almendorf, Bronnzell, Neuhof, Mittelkalbach Schweben und Welkers sechs Nester wieder wie neu und warten auf brutwillige Vogelpaare.

Doch das ist noch nicht alles: In Dipperz wurde zusätzlich auch noch eine neue Nistplattform errichtet. Der Metallkorb war am Vortag in der Schlosserei der OsthessenNetz von Akteuren des Rhönklubs, Zweigverein Dipperz ausgeflochten worden. Seither können die Beteiligten nur abwarten, wann die neue Nisthilfe von heimkehrenden Weißstörchen angenommen wird. Mit etwas Glück werden in naher Zukunft in Dipperz erstmals seit sehr langer Zeit wieder junge Störche zur Welt kommen.

Diese Seite drucken

Diesen Beitrag teilen: