Energie und Umwelt 04/2016

Alte Lampen, neue Technik

Intelligente Altstadtleuchten

Das Fuldaer Barockviertel und die angrenzende Altstadt haben eine hohe Anziehungskraft. Das ist auch ein Grund dafür, dass so viele Touristen und Kongressteilnehmer in die Domstadt kommen. Jetzt hat die nächtliche City noch mehr Ambiente. Rund 500 traditionelle Altstadt-Leuchten wurden technisch umgerüstet. Mit klug gelenktem Licht geben sie ihrem Umfeld Konturen und setzen Akzente. Und das Ganze spart auch noch erheblich Energie und Kosten.

Bereits seit vielen Jahren stehen und hängen in der Fuldaer Innenstadt gusseiserne Leuchten im Stil alter Laternen. Sie bereichern das historische Stadtbild. Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben. Die Ansprüche an die nächtliche Beleuchtung haben sich verändert. Es geht nicht mehr darum, möglichst hell zu beleuchten, sondern um Licht in angemessener Menge und Farbe. Kaltes, gleißendes Licht ist nicht mehr zeitgemäß. Es stört den Schlaf der Menschen und beeinträchtigt nachtaktive Tiere. Auch darum bestand bei den historischen Fuldaer Leuchten Handlungsbedarf.

„Bislang waren die Altstadtleuchten mit Energiesparlampen ausgerüstet, die eine kalte Lichtfarbe hatten und auch nicht dimmbar waren“, berichtet Matthias Hahner, der bei der RhönEnergie Fulda das Thema umweltgerechte und effiziente öffentliche Beleuchtung vorantreibt. „Vor allem aber strahlten die Leuchten bisher viel Licht zur Seite und nach oben ab. Das kann und will man heute verhindern, um den Lichtsmog über den Städten zu verringern.“

In dieser Hinsicht haben die Lichtexperten der RhönEnergie Fulda-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Sternenpark Rhön in den vergangenen Jahren viel erarbeitet. Licht soll dahin fallen, wo es gebraucht wird: nach unten. Die Anwohner im Umfeld einer Leuchte sowie Tiere und Pflanzen sollen möglichst wenig durch das Licht beeinträchtigt werden, und das alles soll sich möglichst auch noch rechnen.

Doch lassen sich solche Anforderungen auf historische Leuchten übertragen? Kann man auch für alte Gusseisen-Modelle neue, energiesparende und umweltgerechte LED-Leuchten verwenden? Man kann. In Praxistests mit unterschiedlichen Modellen am Buttermarkt fanden die Fuldaer Lichtexperten in Abstimmung mit der Stadt die Lösung: Die LED-Leuchtmittel sind nun weitgehend in das Oberteil der Leuchte versenkt. So strahlt das Licht vor allem nach unten und nicht zur Seite. Das abgegebene Licht hat eine wärmere Lichtfarbe als vorher. „In der Summe macht das viel aus“, sagt Matthias Hahner „Das wird uns von vielen Fuldaern bestätigt.“ Es fällt erkennbar weniger Licht in die Fenster der Anwohner. Insekten und Vögel werden nun deutlich weniger irritiert als vorher.

Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass sich die Umrüstung gelohnt hat, sind die alten Bäume rund um Dom und Orangerie. Früher behielten sie bis in den Winter hinein ihre Blätter. Das grelle Licht der Leuchten gab in der Nacht Tagessignale. Bei Frost gab es dann Schäden am Astwerk. Nach der Umrüstung der Altstadtleuchten haben die Bäume in diesem Jahr ihre Blätter saisongerecht abgeworfen.

JÄHRLICHE EINSPARUNGEN DURCH DIE UMRÜSTUNG

  • 42 t CO2
  • 80.000 kWh Strom
  • 16.500 € Energiekosten

 

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