Zwei Storchennester für Rothemann: Erfolgreiche Artenschutz-Aktion der RhönEnergie Fulda

Vor 30 Jahren gab es in Osthessen nahezu keine Weißstörche mehr. 2017 sind im Landkreis Fulda 18 Jungstörche geschlüpft. Kein Zweifel: der Weißstorch ist zurück. Dass die Bestände seit Jahren kontinuierlich ansteigen, hat nach Einschätzung der heimischen Naturschützer wesentlich mit den Storchennestern zu tun, die von der RhönEnergie Fulda-Gruppe im Landkreis aufgestellt wurden. Diese Woche sind in der Döllbach-Aue im Eichenzeller Ortsteil Rothemann zwei weitere hinzugekommen. Damit gibt es im Landkreis Fulda insgesamt 33 solche Nisthilfen – gebaut und aufgestellt von der OsthessenNetz GmbH.

Die wetterbeständigen Nisthilfen bestehen aus einem etwa 10 Meter hohen Mast, auf dem ein „Nest“ montiert ist. Dessen Basis ist ein solider verzinkter Metallkorb, der mit Weidenzweigen und Stroh „wohnlich“ ausgeflochten wird. Der Korb ist eine eigene Konstruktion der OsthessenNetz GmbH und wird in der Ausbildungswerkstatt gefertigt. Anschließend flechten örtliche Naturschützer die Nester aus. Den Transport zum Standort und die professionelle Aufstellung der schweren Masten mit dem aufmontierten Nest übernehmen die Profis der OsthessenNetz, die über entsprechende Spezialfahrzeuge verfügen.

Das Döllbachtal in Rothemann wird von den heimischen Artenschützern als sehr gut für Störche geeignetes Gelände eingeschätzt. In dem feuchten Biotop haben die Tiere Ruhe und finden genug Nahrung, vor allem Frösche und Amphibien. 

Zur Aufstellung der beiden Nester hatten sich zahlreiche direkt Beteiligte und interessierte Zuschauer eingefunden, darunter auch eine Gruppe des Rothemanner Kindergartens. Die Anregung, in der Döllbach-Aue Storchennester aufzustellen, kam von der Vereinsgemeinschaft Rothemann (Vorsitzender: Oskar Kanne). Wie die vorangegangen Aktionen wurde auch diese von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), u. a. vertreten durch Reinhard Kolb, naturschutzfachlich begleitet. Bei der Aufstellung der neuen Nester lobte Kolb das anhaltende Engagement der RhönEnergie Fulda und wies darauf hin, dass ein Nest mit sämtlichen Material- und Personalkosten sowie den Maschinenstunden rund 2.000 Euro koste. Hoch erfreut über den nachhaltigen Beitrag zum Artenschutz in seiner Großgemeinde zeigte sich auch Eichenzells Bürgermeister Dieter Kolb.

Wann zum ersten Mal Storchenpaare die freien „Wohnungen“ aus der Luft für sich entdecken, bleibt abzuwarten. Schon bald kommen die Weißstörche aus dem Süden zurück. Bis auch in Rothemann wieder Jungstörche schlüpfen, ist es nur eine Frage der Zeit.

Die Profis der OsthessenNetz GmbH beim Aufstellen der Nester in der Döllbach-Aue

Fotos: RhönEnergie Fulda / Uli Meyer

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