Perspektiva: Junge Flüchtlinge lernen die Ausbildungsberufe der RhönEnergie Fulda kennen

Die Ausbildungswerkstatt der RhönEnergie Fulda empfing im März junge Flüchtlinge, die sich vor Ort ein Bild von den technischen Ausbildungsberufen des Unternehmens machen konnten.

Gerade junge Flüchtlinge haben es oft schwer, eine geeignete Ausbildung zu finden. Die Perspektiva gGmbH versucht, diesen benachteiligten jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu vermitteln. In der Ausbildungswerkstatt der RhönEnergie Fulda in der Daimler-Benz-Straße konnten die Flüchtlinge verschiedene Ausbildungsberufe kennenlernen und ihre handwerklichen Talente an zahlreichen Stationen auf die Probe stellen.

Amaya Mendizábal, Ausbilderin bei der RhönEnergie Fulda, hieß die Flüchtlinge und Olaf Korb, den Begleiter von Perspektiva, willkommen. Warum die RhönEnergie Fulda sehr engagiert solche Aktionstage ermöglicht, erklärt Amaya Mendizábal: „Als großes kommunales Versorgungsunternehmen sind wir ein wichtiger Ausbildungsbetrieb in der Region. Mit unserer Teilnahme an solchen Aktionstagen möchten wir einen Einblick in unsere Ausbildungsberufe ermöglichen und so als Ausbildungsbetrieb gleichzeitig für eine Karriere im technischen Bereich begeistern."

Linda Röbig, Auszubildende zur Industriekauffrau im dritten Lehrjahr, hielt eine kurze Präsentation über die Unternehmensstruktur und die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten der RhönEnergie Fulda: Neben den technischen und kaufmännischen Ausbildungen bietet der Energieversorger auch duale Studiengänge sowie Praktika an.

Werkstattleiter und Ausbildungsbeauftragter Wolfgang Schütz begrüßte die Gäste. „Heute erwarten euch sechs Stationen. In unserer Ausbildungswerkstatt könnt ihr gleich selbst ausprobieren, welche Tätigkeiten euch am besten liegen.“ Die verschiedenen Stationen wurden dabei von Auszubildenden der RhönEnergie Fulda betreut. Sie stellten die einzelnen Berufsfelder vor und leiteten die Flüchtlinge an, sich an diversen praktischen Aufgaben zu versuchen.

Im Wasserlabor zeigte Azubi Kai Meiselbach den Besuchern, wie man Trinkwasser untersucht und den pH-Wert ermittelt. Je nach Inhalt verfärbten sich die Wasserproben und gaben Aufschluss über ihre Zusammensetzung.

Der Auszubildende Ozan Gaval brachte den Gästen bei, Buchstaben in eine Blechplatte zu schlagen. Dabei staunte er nicht schlecht über die Fähigkeiten von Flüchtling Ahmad Nazari. „Der junge Mann ist ein wahres Naturtalent“, so Azubi Gaval. „Den würde ich sofort einstellen!“ Anschließend wurden die Bleche mit einer manuellen Blechbiegemaschine im 90-Grad-Winkel verbogen – fertig war der Namensaufsteller.

Dominik Keidel, dualer Student (Wirtschaftsingenieurwesen), zeigte den Besuchern, wie man kleine Schaltkreise korrekt verkabelt. Unter seiner Anleitung gelang es den Flüchtlingen, die Elektronik so zu verbinden, dass Strom fließen konnte.

Bei Azubi Manuel Weber konnte man die eigene Kreativität ausleben und kleine Elektroteile zu kunstvollen „Smileys“ verlöten.

Tobias Klüh, Anlagenmechaniker für Rohrsystemtechnik im dritten Lehrjahr, hatte verschiedene Aufgaben mit Rohren vorbereitet: Die Flüchtlinge zersägten Kunststoffrohre, feilten sie ab und schmolzen sie anschließend wieder zusammen.

Azubi Jim Weich erklärte den Besuchern den Aufbau von Wasserleitungen. Mit einer speziellen Vorrichtung konnten dann Metallrohre im gewünschten Winkel verbogen werden.

Die Auszubildenden freuten sich über das sichtliche Interesse und Engagement der jungen Flüchtlinge. „Man merkt, dass alle Freude dabei haben, die einzelnen Stationen kennenzulernen. Sie wollen sich wirklich einbringen“, kommentierte Azubi Jim Weich. Auch die Sprachbarriere war kein Hindernis. „Besonders beeindruckt hat mich ein Flüchtling, der noch kein gutes Deutsch sprach, aber trotzdem das Angebot ablehnte, auf die englische Sprache auszuweichen. Er wollte Deutsch sprechen, um es zu lernen!“

Frau Mendizábal betonte, wie wichtig es sei, für eine Ausbildung im Deutschen fit zu werden, um nicht zuletzt auch in der Berufsschule mitzukommen. Herr Korb von Perspektiva fügte hinzu: „Die deutsche Sprache ist eine notwendige Kernkompetenz auf dem Arbeitsmarkt. Im Rahmen der ‚Perspektive für junge Flüchtlinge‘ bieten wir deshalb berufsbezogenen Deutschunterricht an. Hier Engagement zu zeigen, zahlt sich aus.“

Am Ende sprach Herr Korb von Perspektiva seinen Dank aus: „Die einzelnen Stationen in der Werkstatt waren eine tolle Idee und die Azubis der RhönEnergie Fulda haben uns sehr gut praktisch angeleitet.“ An seine Schützlinge gewandt, fügte er an: „Wenn euch das Erlebte liegt, bewerbt euch für ein Praktikum oder eine technische Ausbildung!“

Zum Hintergrund: Perspektiva

Die Perspektiva gGmbH hat das Ziel, Brücken zwischen Unternehmen und Jugendlichen zu bauen und sieht sich als Sprungbrett und Vermittler. Die Fördergemeinschaft konzentriert sich dabei auf Jugendliche und junge Erwachsene, die Probleme haben, ohne fremde Hilfe eine geeignete Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu bekommen. Perspektiva bemüht sich, diesen jungen Menschen eine Lebensperspektive zu geben und fördert sie individuell gemäß ihrer Fähigkeiten und Interessen.

www.perspektiva-fulda.de

 

Mehr zum Thema Ausbildung bei der RhönEnergie Fulda:

https://re-fd.de/unternehmen/karriere/ausbildung

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