Energiesparende Trinkwasserversorgung: Ein Beitrag zum Klimaschutz

Als Wasserversorger beliefert die RhönEnergie Fulda in Ebersburg, Eichenzell und Fulda rund 81.000 Menschen zuverlässig mit Trinkwasser. Dazu hält das Unternehmen eine leistungsfähige Infrastruktur vor: rund 850 km Rohrleitungen, 30 Tiefbrunnen, mehrere moderne Wasserwerke und zahlreiche Hochbehälter. Überall sind hier elektrische Anlagen, vor allem Pumpen, im Einsatz, was die Trinkwasserversorgung sehr energieintensiv macht. Daraus ergibt sich: Je effektiver die Pumpen arbeiten, desto geringer der Stromverbrauch und damit auch die Klimabelastung, die bei der Gewinnung von Strom anfällt.

An dieser Stelle kommt die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit getragene Nationale Klimaschutzinitiative ins Spiel. Unter dem Motto „Klimaschutz braucht Initiative“ fördert das Ministerium seit 2008 landesweit Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen leisten. Die Klimaschutzinitiative ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem sehr anspruchsvollen politischen Ziel: Bis zum Jahr 2020 – und das ist nicht mehr lange – sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland um mindestens 40 Prozent sinken.

Die RhönEnergie Fulda-Gruppe zieht mit

Auch die RhönEnergie Fulda-Gruppe setzt sich von jeher für den Klimaschutz ein. So war es für das Unternehmen naheliegend im Rahmen der Klimaschutzinitiative aktiv zu werden. Ausgewählt wurde dazu ein Bereich, an den man im Zusammenhang mit Treibhausgasen nicht unbedingt sofort denkt. Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda, erläutert: „Unsere Experten wussten natürlich, dass Förderung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser mit einem hohen Einsatz von Energie verbunden sind.“ Die Förderung des Ministeriums habe dem Unternehmen nun ermöglicht, über einen längeren Zeitraum eine Analyse der elektrischen Anlagen in der Trinkwasserversorgung durchzuführen. Martin Heun: „Dabei kam uns zugute, dass unsere Gruppe in der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH selbst über das nötige ingenieurwissenschaftliche Knowhow verfügt.“

Im Zeitraum 1. März 2017 bis 28. Februar 2018 untersuchte die RhönEnergie Effizienz + Service (RES) rund 70 für die Wasserversorgung wichtige Anlagen. Koordiniert wurde das anspruchsvolle Projekt im Rahmen eines Klimaschutzteilkonzepts für eine klimafreundliche Trinkwasserversorgung von der Energieeffizienz-Beraterin der RES, Stefanie Sterzik. Ziel war es, die Treibhausgasemission zu senken sowie wirtschaftliche Möglichkeiten zu benennen, mit denen die Energieeffizienz weiter gesteigert werden kann, etwa durch Austausch von Komponenten oder eine optimierte Steuerung.

Expertise der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH

Die Ergebnisse wurden von der RhönEnergie Effizienz + Service in einem umfangreichen Abschlussbericht* zusammengetragen. Die Untersuchung und die Entwicklung von Handlungsempfehlungen wurden aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert – in Kooperation mit dem Projektträger Jülich.

Eine Win Win-Situation: Klimaschutz rechnet sich

Elektrische Energie wird in allen Bereichen der Wasserversorgung eingesetzt – angefangen von der Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserspeicherung bis hin zur Wasserverteilung. An vielen Stellen sind erhebliche elektrische Energiemengen erforderlich.

Stefanie Sterzik fasst die Ergebnisse zusammen: „Bei unserer Untersuchung wurde deutlich, dass die Pumpen in den Tiefbrunnen allein rund die Hälfte - 49 Prozent – des benötigten Stroms verbrauchen. An zweiter Stelle folgen die Druckerhöhungsanlagen und Pumpstationen entlang des Rohrnetzes mit 42 Prozent. Wer in der Trinkwasserversorgung Energie einsparen will, muss an diesen beiden Stellschrauben ansetzen.“

Die Studie der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH zeigt auf, wie man durch eine Optimierung dieser Anlagen pro Jahr 848.000 Kilowattstunden (kWh/a) Strom einsparen und gleichzeitig 327.000 kg CO2/a bzw. 327 t CO2/a vermeiden kann. Sterzik fasst zusammen: „Dieses Ergebnis ist höher als von uns erwartet. Wenn wir unsere theoretischen Erkenntnisse nun in einem zweiten Schritt praktisch umsetzen, kann die RhönEnergie Fulda Gruppe einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig jährlich rund 185.000 € einsparen. Das wäre voll im Sinne der Klimaschutzinitiative.“

Die Trinkwasser-Kunden der RhönEnergie Fulda profitieren von dieser Maßnahme. Denn je effizienter die elektrischen Anlagen arbeiten, desto kostengünstiger kann die Trinkwasserversorgung erfolgen.

 

*Der Abschlussbericht trägt den Titel „Klimaschutzteilkonzept für eine klimafreundliche Trinkwasserversorgung im Netzgebiet der RhönEnergie Fulda GmbH“. Verfasserin: Stefanie Sterzik, M.Sc.

 

Titel: Klimaschutzteilkonzept für eine klimafreundliche Trinkwasserversorgung im Netzgebiet der RhönEnergie Fulda GmbH
Bewilligungszeitraum: 01.03.2017 bis 28.02.2018
​Projektpartner: Projektträger Jülich
Förderkennzeichen 03K05279
www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

 

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

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